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15. JAHRGANG - AUSGABE VOM 19. MAI 2013 NACHRICHTEN  |   WETTER  |   TRAVEL  |   WEB  |   INSERATE
 
BUCHVORSTELLUNG - EIN BUCH VON CHRISTIAN VOGT

Sosúa-Storys

 
Sosúa - Für viele Menschen gibt es einen Lebenstraum: ein Leben in der Karibik. Dieses kann sehr unterschiedlich sein. Karibik ist ja nicht nur Sonne, Strand und Palmen. Es ist auch bekannt für sein buntes und vor allem lautes Leben. Musik spielt eine sehr große Rolle im Alltag. Es wundert nur den Neuankömmling wenn auf einmal zur Musik aus dem Lautsprecher im Supermarkt oder Geschäft auf einmal die Verkäuferin lauthals mit einstimmt, ihre Hüften schwingt und tanzt. Der Kunde? Nebensache.

Auszug aus dem Kapitel: "Eine etwas andere Bank!"

Ich soll mit Freund T. 45.000 US-Dollar abholen die er in einer Bank an der Haupt Taxi Haltestelle in Puerto Plato angelegt hat! Er hat vier Jahre lang 10% Zinsen pro Jahr auf US-Dollar versprochen bekommen. Ein geradezu absurd hoher Zinssatz - ich äußere meine schweren Bedenken, dass das Geld zwar nicht weg wäre, aber woanders! Die Bank sieht außen wie innen wenig Vertrauen erweckend aus.

Alles ist total primitiv, einfach und billig! Wir müssen warten - "El Chefe" kommt aus Santiago. Nach einer Stunde erscheint er tatsächlich, entschuldigt sich wortreich und bittet uns doch an seinem Schalter zu kommen. Der "Schalter" besteht aus einer nicht lackiertem billigen Pressspanplatte, im Hintergrund ein riesiger Tresor der mich in seiner Schlichtheit an Dagobert Duck's Comic-Tresor erinnert. Die Tresortüre weist einige Vertiefungen auf. Ich frage. Der nette Boss erzahlt uns, dass an einem Wochenende Gangster ein Loch in die Mauer geschlagen hätten und dann anschließend mit der Spitzhacke! versucht hätten, die Tresortüre zu öffnen. Der beste Teil kommt jetzt! Aus einer "Knister Klarsichttüte" schüttet er ungeschälte Erdnüsse auf das Schalterbrett und bittet uns, sich zu bedienen.

Das Ganze ist im Vergleich zu einem deutschen Geldinstitut jetzt nur noch völlig absurd! Das Geld wird von mehreren Angestellten mehrfach "händisch"! akribisch gezählt und T. erhält absolut korrekt sein Geld zurück! - mit allen zugesagten Zinsen! Da viele Scheine bloß 1- und 2-Dollar-Noten sind, verlassen wir die Bank mit einem Sack voll gebündelten Geld! Im Hotelzimmer von T. machen wir Spaßfotos und posieren vor, hinter und neben den Geldbündeln, weil es aussieht wie 10 Millionen Dollar!

Unvergessen! Wir haben zu Dritt Erdnüsse geknackt und gegessen, während wir auf das Ende der "Geldzähl-Aktion" gewartet haben! Das werde ich nie vergessen! Erdnüsse knacken und Essen mit T. und dem Bankdirekto während man wartet. Das verbindet einen doch für ewig...

(Books on Demand / 124 Seiten / 14,90 Euro)
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