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HURRIKANSAISON 2026

Stille über dem Atlantik – fällt die Hurrikansaison dieses Jahr aus?

Santo Domingo · 20. September 2026 · tpj

Satellitenblick über den Atlantik von heute Morgen – auch am 20. September ist weit und breit kein Hurrikan zu sehen.
Eigentlich müsste die Hurrikansaison 2026 bereits auf Hochtouren laufen. Sie beginnt jedes Jahr am 1. Juni und endet am 30. November. Mitte September erreicht die Saison normalerweise ihren Höhepunkt – die besten Bedingungen für Tropenstürme über dem Atlantik.

Damit ist die Saison höchst außergewöhnlich. Seit Beginn der Satellitenbeobachtung im Jahr 1966 musste man noch nie so lange auf den ersten Hurrikan einer Atlantiksaison warten. Der bisherige Rekord stammt aus den Jahren 2002 und 2013: Damals entstand der erste Hurrikan jeweils am 11. September. Dieser Zeitpunkt ist inzwischen deutlich überschritten.

Der Kalender zeigt heute den 20. September – und im gesamten Atlantik hat sich in dieser Saison noch kein einziger Hurrikan gebildet. Die bisherige Bilanz nach dem aktuellen Saisonstand des US-Hurricane-Centers NHC: sechs benannte Stürme und null Hurrikane.

Ist der Saharastaub schuld? Unter Dominikanern hört man dafür häufig eine einfache Erklärung: Saharastaub! Tatsächlich steckt hinter dieser Vermutung mehr als nur eine karibische Wetterweisheit. Regelmäßig ziehen gewaltige Mengen Wüstenstaub aus Afrika über den Atlantik und erreichen dabei auch die Karibik. Meteorologen sprechen von der „Saharan Air Layer“, einer mehrere Kilometer mächtigen Schicht aus außergewöhnlich trockener, warmer und staubhaltiger Luft. Für einen entstehenden Wirbelsturm sind das denkbar schlechte Bedingungen, denn die Kinderstube fast aller Tropenstürme liegt über dem offenen Meer des Atlantiks. Die trockene Luft entzieht Gewitterzellen Feuchtigkeit, die warme Luftschicht stabilisiert die Atmosphäre und starke Höhenwinde können die noch junge Zirkulation eines Sturms auseinanderziehen.

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Saharastaub kann die Entstehung und Verstärkung tropischer Wirbelstürme also tatsächlich bremsen. Ein Schutzschild gegen Hurrikane ist er jedoch nicht. Ob sich ein Hurrikan bildet, hängt vom Zusammenspiel zahlreicher Faktoren ab – von der Wassertemperatur über die Luftfeuchtigkeit bis zur Windscherung und den großräumigen Strömungen in der Atmosphäre.

Für die außergewöhnliche Ruhe des Jahres 2026 könnte der Saharastaub deshalb zumindest ein Teil der Erklärung sein. Bislang wurden über dem Atlantik fünf Tropenstürme registriert: Arthur, Bertha, Cristobal, Dolly und Edouard. Keiner von ihnen schaffte den Sprung zum Hurrikan. Selbst während der Wochen, in denen die tropische Wetterküche zwischen Afrika und der Karibik normalerweise besonders aktiv ist, blieb es erstaunlich ruhig.

Ganz eingeschlafen ist die tropische Wetterküche aber auch 2026 nicht. Weit draußen im Atlantik hat sich südwestlich der Azoren inzwischen Tropensturm „Fay“ gebildet. Für die Dominikanische Republik stellt das System aktuell keine Gefahr dar. Ob „Fay“ schließlich noch zum ersten Hurrikan des Jahres wird, bleibt abzuwarten.

Für die Karibik ist die ungewöhnliche Ruhe ohnehin kein Grund, die Saison bereits abzuschreiben. Offiziell dauert sie bis zum 30. November. Gerade im Oktober können tropische Wirbelstürme näher an der Karibik entstehen – und damit für die Dominikanische Republik gefährlicher werden als Systeme, die weit draußen vor Afrika ihren Anfang nehmen.

Noch aber bleibt ein ungewöhnliches Bild: Der Atlantik ist warm, die Hurrikansaison befindet sich längst in ihrer entscheidenden Phase – doch der erste Hurrikan des Jahres lässt weiter auf sich warten. Und wenn es nach den Dominikanern, den sonnenhungrigen Touristen und den im Land lebenden Residenten geht, darf das gerne auch so bleiben. Vermissen wird einen Hurrikan in der DomRep sicher niemand.

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