Straßenbäume in Santo Domingo: Palmen geben karibisches Flair – „Caobas“ kühlen besser
Santo Domingo, 08.09.2026 – ein Beitrag von Thomas P. Jung
Forscher der „Universidad Nacional Pedro Henríquez Ureña“ (UNPHU) in Santo Domingo haben untersucht, wie gut Königspalmen und Mahagonibäume Fußgänger vor der Hitze schützen. Die 1966 gegründete private Universität gehört zu den bekannten Hochschulen des Landes. Als Teststrecke diente ausgerechnet eine der bekanntesten Straßen der Hauptstadt: die Avenida Winston Churchill zwischen Piantini und Evaristo Morales. Dort stehen beide Baumarten – und beim Hitzeschutz gibt es einen ziemlich klaren Sieger.

Das macht sich messbar bemerkbar. Im untersuchten Sommerszenario senkte der Mahagonibaum die sogenannte Strahlungstemperatur um zwei bis sechs Grad Celsius, die Königspalme brachte es lediglich auf zwei bis drei Grad. Auch bei den Messungen im Winter war der Unterschied deutlich: 5,5 Grad unter dem Mahagonibaum gegenüber rund 1,5 Grad unter der Palme.
Dabei geht es nicht darum, dass die Luft unter dem Baum plötzlich sechs Grad kühler wird. Die Strahlungstemperatur beschreibt vielmehr die Wärme, die etwa von Sonne, Asphalt, Beton und anderen aufgeheizten Flächen auf einen Menschen einwirkt. Genau diese Wärmebelastung lässt sich durch eine breite und dichte Baumkrone deutlich reduzieren.
Das ist gerade in Santo Domingo wichtig. Asphalt und Beton speichern tagsüber enorme Mengen Wärme und geben sie anschließend wieder an die Umgebung ab. Hinzu kommen vielerorts versiegelte Flächen und eine Stadtplanung, die sich jahrzehntelang stärker am Auto als am Fußgänger orientiert hat. Die Wissenschaftler sprechen von einem typischen städtischen Wärmeinsel-Effekt.
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Dass ausgerechnet der Mahagonibaum dabei so gut abschneidet, passt eigentlich perfekt: Die „Caoba“ ist seit 2011 offiziell der Nationalbaum der Dominikanischen Republik. Jetzt zeigt sich, dass sie nicht nur ein nationales Symbol ist – sondern an den heißen Straßen von Santo Domingo auch einen ganz praktischen Nutzen hat.
