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Straßenbäume in Santo Domingo: Palmen geben karibisches Flair – „Caobas“ kühlen besser

Santo Domingo, 08.09.2026  –  ein Beitrag von Thomas P. Jung  –  218 mal gelesen

Königspalmen gehören zu Santo Domingo wie Hochhäuser, hupende Autos und die Hitze. Entlang vieler Straßen sorgen sie für echtes Karibik-Flair. Doch wer an einem heißen Tag tatsächlich Schatten sucht, sollte sich besser unter einen anderen Baum stellen: die „Caoba“, zu Deutsch: Mahagonibaum.

Forscher der „Universidad Nacional Pedro Henríquez Ureña“ (UNPHU) in Santo Domingo haben untersucht, wie gut Königspalmen und Mahagonibäume Fußgänger vor der Hitze schützen. Die 1966 gegründete private Universität gehört zu den bekannten Hochschulen des Landes. Als Teststrecke diente ausgerechnet eine der bekanntesten Straßen der Hauptstadt: die Avenida Winston Churchill zwischen Piantini und Evaristo Morales. Dort stehen beide Baumarten – und beim Hitzeschutz gibt es einen ziemlich klaren Sieger.

DomRep: Straßenbäume in Santo Domingo: Palmen geben karibisches Flair – „Caobas“ kühlen besser
Der Mahagonibaum hat einfach mehr zu bieten: mehr Blätter, eine größere Krone und damit erheblich mehr Schatten. Beim untersuchten Baum kam die Krone auf einen Durchmesser von rund 6,9 Metern, bei der Königspalme waren es lediglich 2,95 Meter. Auch beim Blätterdach liegt der Mahagonibaum vorne: Die Forscher ermittelten eine sogenannte Laubdichte von rund 70 Prozent, bei der Königspalme waren es 53 Prozent.

Das macht sich messbar bemerkbar. Im untersuchten Sommerszenario senkte der Mahagonibaum die sogenannte Strahlungstemperatur um zwei bis sechs Grad Celsius, die Königspalme brachte es lediglich auf zwei bis drei Grad. Auch bei den Messungen im Winter war der Unterschied deutlich: 5,5 Grad unter dem Mahagonibaum gegenüber rund 1,5 Grad unter der Palme.

Dabei geht es nicht darum, dass die Luft unter dem Baum plötzlich sechs Grad kühler wird. Die Strahlungstemperatur beschreibt vielmehr die Wärme, die etwa von Sonne, Asphalt, Beton und anderen aufgeheizten Flächen auf einen Menschen einwirkt. Genau diese Wärmebelastung lässt sich durch eine breite und dichte Baumkrone deutlich reduzieren.

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Das ist gerade in Santo Domingo wichtig. Asphalt und Beton speichern tagsüber enorme Mengen Wärme und geben sie anschließend wieder an die Umgebung ab. Hinzu kommen vielerorts versiegelte Flächen und eine Stadtplanung, die sich jahrzehntelang stärker am Auto als am Fußgänger orientiert hat. Die Wissenschaftler sprechen von einem typischen städtischen Wärmeinsel-Effekt.

Ihr Fazit: Ein Baum ist nicht einfach nur ein Baum. Für angenehmere Straßen reicht es nicht, möglichst viele Pflanzen zu setzen. Entscheidend sind die richtige Baumart, eine ausreichend große Krone und dichtes Laub. Auch falsches oder zu starkes Beschneiden kann den Hitzeschutz erheblich verringern. Die Forscher empfehlen deshalb eine gezieltere Planung für die städtische Bepflanzung und fachgerechte Pflege.

Dass ausgerechnet der Mahagonibaum dabei so gut abschneidet, passt eigentlich perfekt: Die „Caoba“ ist seit 2011 offiziell der Nationalbaum der Dominikanischen Republik. Jetzt zeigt sich, dass sie nicht nur ein nationales Symbol ist – sondern an den heißen Straßen von Santo Domingo auch einen ganz praktischen Nutzen hat.