Kriminalität auf dem Rückzug – deutlich weniger Straftaten
Santo Domingo · 8. Oktober 2026 · tpj

Nach den jüngsten offenen Polizeidaten wurden zwischen Januar und August 2026 landesweit 22.308 Raub- und Diebstahlsdelikte gemeldet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 37.629. Das entspricht einem Rückgang um 40,7 Prozent! Damit wurden innerhalb von acht Monaten mehr als 15.000 Fälle weniger registriert.
Nicht nur die Zahlen sprechen eine klare Sprache, auch die Tendenz ist rückläufig. In allen acht Monaten dieses Jahres wurden weniger Raub- und Diebstahlsdelikte gemeldet als im jeweiligen Vorjahresmonat.
Eine durchaus beruhigende Nachricht gibt es dabei für deutsche Residenten: Die Anzahl an Raub- und Diebstahlsfälle gegenüber Deutschen ist ebenfalls deutlich gesunken – um rund 56 Prozent! Während zwischen Januar und August 2025 noch 34 Straftaten gegenüber deutschen Staatsbürgern bei der Polizei ermittelt wurden, waren es im gleichen Zeitraum dieses Jahres nur noch 15 Raub- und Diebstahlsfälle.
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Und auch in Samaná leben die Menschen deutlich sicherer. Dort sank die Zahl der registrierten Kriminalitätsfälle von 333 auf 131, ein Minus von fast 61 Prozent.
Weniger deutlich fällt der Rückgang dagegen in den Urlaubshochburgen Punta Cana und Bávaro aus, die zur Provinz La Altagracia gehören. Dort sank die Zahl der gemeldeten Raub- und Diebstahlsdelikte lediglich von 1.590 auf 1.423 Fälle. Das entspricht einem Minus von rund 10 Prozent.
Neben den Raub- und Diebstahlsdelikten gibt es in der gesamten DomRep zudem weniger Morde! Die landesweite Tötungsrate hat sich nach offiziellen Angaben in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Ende September 2026 lag sie bei nur noch 7,36 Fällen je 100.000 Einwohner. Im gleichen Vorjahreszeitraum waren es noch 8,74, im Jahr 2022 sogar 13,20. Statistisch gesehen ist die Rate damit innerhalb von vier Jahren um mehr als 44 Prozent gesunken.
Dennoch bleibt Gewaltkriminalität ein ernstes Problem. Vor allem in einigen Grenzprovinzen zu Haiti liegen die Tötungsraten weiterhin deutlich über dem Landesdurchschnitt. Außerdem weist die Polizeistatistik gesondert Todesfälle im Zusammenhang mit sogenannten „Acción Legal“-Einsätzen aus, darunter auch tödliche Polizeieinsätze.
Erfreulich ist auch: Es werden weniger Autos gestohlen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden landesweit 160 Pkws, Geländewagen und Nutzfahrzeuge als gestohlen gemeldet. Während im ersten Quartal noch 90 Fahrzeuge verschwanden, waren es im zweiten Quartal nur noch 70. Besonders auffällig: In der Provinz Puerto Plata wurde im gesamten ersten Halbjahr lediglich ein Autodiebstahl gemeldet, in Samaná sogar kein einziger. Die meisten Fahrzeugdiebstähle ereigneten sich dagegen im Großraum Santo Domingo und in Santiago.
Und noch etwas Besonderes fällt in den Polizeiangaben auf: Die Beamten müssen offenbar nicht jeden Gesuchten selbst einfangen. Immer häufiger stellen sich Menschen freiwillig den Behörden. Allein in den ersten sechs Oktobertagen meldeten sich 42 gesuchte Personen bei der „Policía Nacional“, um sich der Justiz zu stellen.
Ein möglicher Grund: Die Polizei ruft regelmäßig dazu auf, sich bei einem begangenen Verbrechen freiwillig den Behörden zu stellen. Ob sie damit einer drohenden Festnahme zuvorkommen will, bleibt offen. Für die Polizei hat das freiwillige Erscheinen jedenfalls einen handfesten Vorteil: Wer selbst auf dem Polizeirevier auftaucht, muss nicht erst mit großem Aufwand aufgespürt werden.
