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SOSUAS STADTENTWICKLUNG

Viel Geld in Sosúas Stadtkasse – doch was geschieht mit den Millionen?

Sosúa · 17. Oktober 2026 · tpj

Die amtliche Einnahmenübersicht des „Planeamiento Urbano“ weist für August eine Zahlung von fast 41,5 Millionen Pesos aus.
In Sosúas Stadtkasse steht seit August ein außergewöhnlich hoher Millionenbetrag zur Verfügung. Das Geld könnte für die kommunale Entwicklung von erheblicher Bedeutung sein. Doch wofür die Millionen verwendet werden sollen und welche Projekte davon profitieren könnten, ist bislang unklar.

Unter Bezugnahme auf kommunale Unterlagen verbuchte die „Ayuntamiento de Sosúa“ am 4. August unter der Belegnummer 468 einen Betrag in Höhe von 41.499.995 Pesos von der „Tabibzadeh Holding S. A. S. “, einer auf den Investor Hamid Tabibzadeh zurückzuführenden Unternehmensgruppe.

Als Belegkategorie wurde „Oceana” verbucht, was vermutlich für ein gleichnamiges touristisches Großprojekt bei „Las Lomas” steht und Hotels, Ferienimmobilien, einen künstlichen Strand, einen Golfplatz, Einkaufsmöglichkeiten sowie Freizeiteinrichtungen umfassen soll. Die Zahlung steht demnach im Zusammenhang mit „kommunalen Vorgängen zur Grundstücksnutzung“.

Was ist das „Projekt Oceana“? Bei unseren Recherchen fanden sich Hinweise auf die Unternehmen und Personen hinter dem geplanten Immobilienprojekt. Bereits 2019 führte das dominikanische Tourismusministerium das Vorhaben „Dream City Country Club and Resort“ in seiner offiziellen Projektübersicht. Als damaliger Projektträger wurde die Gesellschaft „Tabibzadeh Holding, E. I. R. L. “ genannt. Bei der dominikanischen Markenbehörde ONAPI finden sich außerdem neuere Registrierungen:

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Dezember 2025: „Oceana Beach ORR“
Dezember 2025: „Oceana Resort and Residents ORR“
Januar 2026: „Oceana Development OCEDEV“

Bei allen drei Einträgen wird Hamid Tabibzadeh als Antragsteller genannt. Damit lässt sich ein Zusammenhang zwischen dem Projekt „Dream City“ und den registrierten „Oceana“-Bezeichnungen nachvollziehen. .

Allerdings ist die Höhe der Zahlung außergewöhnlich. Nach dem offiziellen Einnahmenbericht der Stadtverwaltung für das dritte Quartal 2026 wurden unter der Haushaltsposition 1.5.1.3.27 „Certificación uso de suelo“ (Bescheinigungen zur Flächennutzung) allein im August 42.066.543 Pesos verbucht. Im Juli waren es dagegen lediglich 113.485 Pesos und im September sogar nur 77.334 Pesos.

Die öffentlich zugängliche kommunale Gebührenordnung „Ordenanza Nr. 07-2022“ nennt für eine Flächennutzungsbescheinigung lediglich 3.500 bis 5.000 Pesos. Eine Baugenehmigung wird mit 20.000 Pesos und eine Unbedenklichkeitsbescheinigung mit 3.000 bis 10.000 Pesos aufgeführt.

Allerdings erklärt die Gebührenordnung ausdrücklich, dass diese Aufstellung nicht abschließend ist und weitere gesetzliche oder kommunale Regelungen gelten können. Ob die Millionenzahlung auf einer besonderen Gebührenberechnung für Großprojekte oder einer gesonderten Vereinbarung beruht, ist unklar – oder war es eine Spende?

Wie auch immer. Der Geldsegen aus der Tasche der Unternehmensgruppe Tabibzadeh bedeutet nicht, dass die gesamten Mittel frei für neue Projekte zur Verfügung stehen. Laufende Verpflichtungen, Haushaltsvorgaben und mögliche Zweckbindungen müssen berücksichtigt werden. Gerade angesichts solcher Einnahmen gewinnt die Frage an Bedeutung, nach welchen Prioritäten die Stadt ihre künftigen Investitionen plant und welche gesellschaftlichen Gruppen daran beteiligt werden.

Das Problem ist die mangelnde Transparenz, da für das laufende Jahr 2026 im staatlichen Kontrollsystem „SISMAP Municipal“ bislang keine Sitzungsprotokolle des städtischen Entwicklungsrats „Consejo de Desarrollo Municipal de Sosúa“ (CDM) hinterlegt bzw. veröffentlicht wurden.

Der Städtische Entwicklungsrat hat die Aufgabe, verschiedene gesellschaftliche Gruppen an der kommunalen Entwicklungsplanung zu beteiligen. Dazu gehören Vertreter aus Wirtschaft, gesellschaftlichen Organisationen und der Stadtverwaltung. Ziel ist es, die langfristige Entwicklung von Sosúa zu begleiten. Die Sitzungen des Rates sollen regelmäßig stattfinden, um sicherzustellen, dass wichtige Fragen der Stadtentwicklung nicht ausschließlich innerhalb der Verwaltung behandelt werden.

Ob der Entwicklungsrat 2026 tatsächlich zusammengekommen ist, lässt sich anhand fehlender Unterlagen derzeit nicht feststellen, was auch das staatlichen Kontrollsystems „SISMAP Municipal“ bemängelte. Offenbar bestehen erhebliche Defizite bei der Dokumentation. Der kommunale Entwicklungsplan erreicht lediglich 40 Prozent im SISMAP-Controlling, die Raum- und Flächennutzungsplanung sogar nur 30 Prozent. Auch die Rechenschaftslegung beim Bürgerhaushalt liegt bei lediglich 30 Prozent und wird als überfällig geführt.

Was geschieht jetzt mit den Millionen? Vor dem Hintergrund der außergewöhnlich hohen Einnahmen gewinnt die Frage nach einer transparenten und nachvollziehbaren kommunalen Investitionsplanung zusätzlich an Bedeutung. Welche Projekte können durch die neuen Einnahmen finanziert werden? Welche Stadtteile profitieren davon? Werden besonders dringende Infrastrukturmaßnahmen berücksichtigt? Und welche Rolle spielt der kommunale Entwicklungsrat bei der Festlegung solcher Prioritäten?

Bislang ist auch offen, wann der Entwicklungsrat zuletzt zusammengekommen ist und welche konkreten Empfehlungen er im laufenden Jahr ausgesprochen hat. Die Stadtverwaltung unter Bürgermeister Wilfredo Olivences könnte durch die Veröffentlichung entsprechender Unterlagen sowie eine Erläuterung der Millionenzahlung und der geplanten Investitionen für mehr Klarheit sorgen.

Für eine Tourismusgemeinde wie Sosúa, deren wirtschaftliche Entwicklung wesentlich von privaten Investitionen und einer funktionierenden Infrastruktur abhängt, ist eine transparente Stadtplanung von besonderer Bedeutung. Die Frage ist nicht allein, wie viel Geld die Gemeinde einnimmt, sondern auch, nach welchen Prioritäten es eingesetzt wird und wie die Bevölkerung an diesen Entscheidungen beteiligt ist.

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