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DROHUNGEN GEGEN DEN STAATSCHEF

War ein Anschlag auf Präsident Abinader geplant?

San Francisco de Macorís · 4. November 2026 · tpj

Archivaufnahme: Präsident Luis Abinader bei einer Rede vor dem Nationalkongress im Februar 2026.
War für den kommenden Freitag, den 6. November, ein Anschlag auf den dominikanischen Präsidenten Luis Abinader geplant? Laut einer Mitteilung des „Ministerio Público“ bestand ein ernstzunehmender Verdacht und ermittelt gegen einen 29-jährigen Mann aus San Francisco de Macorís, der den Staatschef bedroht und ein Attentat auf ihn geplant haben soll.

Nach Angaben der Ermittler soll der mutmaßliche Angriff am dominikanischen „Día de la Constitución“ (Verfassungstag) vorgesehen gewesen sein. Als möglicher Tatort wird das Gebäude des Nationalkongresses in Santo Domingo genannt.

Der Verdächtige, Delvinson De la Cruz Sosa (29), wurde gestern in San Francisco de Macorís in der Provinz Duarte festgenommen. Sicherheitsbehörden waren zuvor auf mutmaßliche Drohungen gegen den Präsidenten aufmerksam geworden und hatten die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Auf richterliche Anordnung durchsuchten die Ermittler zunächst die Wohnung des Mannes im Stadtteil Vista del Valle. Auch eine Eisenwarenhandlung an der Avenida Profesor Juan Bosch, in der der Verdächtige arbeitet, wurde durchsucht. Dabei stellten die Ermittler elektronische Geräte sowie verschiedene chemische Substanzen sicher. Die Gegenstände werden derzeit untersucht, um mögliche Verbindungen zu den mutmaßlichen Anschlagsplänen festzustellen.

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Die Durchsuchungsbeschlüsse umfassten auch die Suche nach Schusswaffen, militärischer Ausrüstung und Sprengvorrichtungen. Ob der Verdächtige tatsächlich über entsprechende Waffen oder Materialien verfügte, ist bislang nicht bekannt.

An den Ermittlungen beteiligt ist auch die Abteilung für Computerkriminalität des dominikanischen Geheimdienstes DNI (Dirección Nacional de Inteligencia). Die Staatsanwaltschaft geht dem Verdacht nach, dass der Mann seine Drohungen möglicherweise in die Tat umsetzen wollte.

Fragen wirft allerdings der in den Ermittlungsunterlagen genannte Anschlagstermin auf. Demnach sollte der Anschlag am Freitag, dem 6. November, während der Feierlichkeiten zum Verfassungstag („Día de la Constitución“) im Nationalkongress stattfinden. Seit gestern hält sich Präsident Abinader allerdings zu einem offiziellen Besuch in Madrid auf, wo er bis morgen an der XXX. Iberoamerikanischen Gipfelkonferenz der Staats- und Regierungschefs teilnimmt. Nach dem veröffentlichten Reiseprogramm sind auch für Freitag noch Termine in Spanien vorgesehen. Zudem wurde der arbeitsfreie Feiertag zum Verfassungstag in diesem Jahr auf Montag, den 9. November, verschoben.

Wie diese Umstände mit dem mutmaßlichen Anschlagsplan zusammenhängen, ist bislang ungeklärt. Die Ermittlungen dauern aktuell an. Ob tatsächlich ein konkreter Anschlag vorbereitet wurde und welche Gefahr von dem Verdächtigen ausging, müssen die weiteren Untersuchungen zeigen. Für den Festgenommenen gilt nach der neuen dominikanischen Strafprozessordnung (Código Procesal Penal) zunächst die Unschuldsvermutung.

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