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GLAUBE STATT SPEKTAKEL

Kirche rückt Osterwoche zurück zu ihrem religiösen Kern

Santo Domingo, 02.04.2026  –  (tpj)  –  Dominikanische Republik

DomRep - Osterwoche steht wieder mehr im Zeichen des Glaubens
Die dominikanische Kirche führt die Osterwoche in diesem Jahr wieder stärker zu ihrem religiösen Kern zurück. Im geistlichen Mittelpunkt steht dabei die „Basílica Catedral Menor Nuestra Señora de la Encarnación“ in Santo Domingo. Die Erzdiözese bezeichnet das Bauwerk aus dem 16. Jahrhundert selbst als älteste Kathedrale des amerikanischen Kontinents.

Damit wird das Gotteshaus in diesen Tagen zum Mittelpunkt der Semana Santa und setzt bewusst auf eine klassisch religiöse Dramaturgie: keine Event-Inszenierung, kein folkloristischer Überbau, sondern ein liturgisch klar gefasster Ablauf, in dem Erinnerung, Verzicht und religiöse Symbolik für viele Gläubige wieder in den Vordergrund treten.

Der liturgische Ablauf folgt dabei dem Leiden, dem Tod und der Auferstehung Christi. Damit reklamiert die dominikanische Kirche die Osterwoche für ihren ursprünglichen Kern zurück: als Zeit der Sammlung, der Predigt und der Sakramente. Das mag altmodisch wirken, ist in einer Zeit permanenter Ablenkung aber fast schon ein Gegenentwurf.

Wer in diesen Tagen die Kathedrale betritt, besucht deshalb nicht nur ein historisches Monument der Kolonialstadt. Er betritt einen Ort, an dem die Karwoche noch immer als das ernst genommen wird, was sie für die Kirche sein soll: die wichtigste Woche des christlichen Jahres – mit folgendem Programm:

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Für den heutigen Gründonnerstag ist am Vormittag eine Chrisammesse angesetzt, in der der Bischof die heiligen Öle für Taufe, Firmung und Krankensalbung weiht, die das ganze Jahr über in den Gemeinden verwendet werden. Am Abend folgt eine Messe zum Gedenken an das Letzte Abendmahl.

Am Karfreitag verdichtet sich die Feierfolge: Zunächst ist von 13 bis 15 Uhr das „Sermón de las Siete Palabras“ vorgesehen, also die Auslegung der sieben letzten Worte Jesu. Direkt anschließend folgt die feierliche Liturgie vom Leiden und Sterben des Herrn. Dass am Abend desselben Tages noch ein Konzert zur Semana Santa stattfindet, zeigt, dass die Kathedrale die stillen Tage nicht nur als Raum des Gebets, sondern auch als Ort religiös geprägter Kultur versteht.

Am Karsamstag, 4. April, steht schließlich die Osternacht auf dem Programm, traditionell der feierlichste Übergang von der Trauer zur Auferstehungsbotschaft. Einen Tag später, am Ostersonntag, sind erneut zwei Messen geplant, wiederum um 12 Uhr und 17 Uhr; zusätzlich sind Taufen um 13 Uhr angekündigt. Die Feierfolge ist damit bemerkenswert geschlossen: vom Einzug in Jerusalem über Abendmahl, Passion und Osternacht bis hin zum Ostersonntag. Die Kathedrale präsentiert die Semana Santa damit nicht als lose Abfolge einzelner Termine, sondern als liturgisch durchkomponierte Woche.

Gerade in einer Osterwoche, in der die historische Altstadt von Santo Domingo sonst eher mit hohem Reiseverkehr verbunden ist, wirkt das Programm der Kathedrale fast wie ein Gegenakzent. Die Kirche rückt nicht das Spektakel in den Vordergrund, sondern Ritual, Stille und Ordnung. Das passt zum Ort: Die „Basílica Catedral Menor“ gilt als eines der wichtigsten religiösen Bauwerke der Altstadt und wird in diesen Tagen für viele Dominikaner zum symbolischen Mittelpunkt der Karwoche.

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