Die DomRep wird älter – und bekommt weniger Kinder
Santo Domingo, 29.06.2026 – (tpj) – Dominikanische Republik

Besonders deutlich wird der Wandel bei der Geburtenrate. Während eine dominikanische Frau 1950 im Durchschnitt noch 7,57 Kinder bekam, liegt der Wert für 2026 nur noch bei 1,97 Kindern pro Frau. Damit befindet sich die Geburtenrate erstmals unter dem sogenannten Ersatzniveau.
Für 2050 und 2100 rechnet die Statistiker der ONE sogar nur noch mit rund 1,7 Kindern pro Frau. Grundlage sind neue Bevölkerungsschätzungen und Projektionen für den Zeitraum 1950 bis 2100, die mit technischer Unterstützung des „Centro Latinoamericano y Caribeño de Demografía“ der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) erstellt wurden.
Gleichzeitig steigt die Lebenserwartung deutlich. Lag sie 1950 noch bei 44 Jahren, erreicht sie 2026 nach Angaben der ONE bereits 75,7 Jahre. Frauen kommen demnach auf 79,1 Jahre, Männer auf 72,4 Jahre. Bis zum Jahr 2100 wird sogar eine durchschnittliche Lebenserwartung von 91,5 Jahren erwartet.
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Für den Alltag bedeutet das: Familien werden kleiner, Pflege und Gesundheitsversorgung wichtiger. Während früher viele Kinder im Alter oft auch als soziale Absicherung galten, wächst künftig der Druck auf Rentensystem, Arbeitsmarkt und öffentliche Versorgung. Weniger junge Menschen müssen dann mehr ältere Menschen mittragen – wirtschaftlich, sozial und familiär.
Noch schrumpft die Bevölkerung nicht. Die ONE schätzt die Einwohnerzahl 2026 auf etwas mehr als 10,8 Millionen Menschen. Bis 2050 soll sie auf 12,3 Millionen steigen und erst um die 2070er-Jahre ihren Höchststand erreichen. Danach erwartet die Behörde einen langsamen Rückgang. Die eigentliche Veränderung beginnt also nicht mit weniger Einwohnern, sondern mit einer anderen Zusammensetzung der Gesellschaft.
Die DomRep wird damit Teil eines Trends, den viele Länder bereits erleben: weniger Geburten, höhere Lebenserwartung, mehr ältere Menschen. Für die Politik ist das eine Herausforderung, die sich nicht mit kurzfristigen Programmen lösen lässt. Es geht um Schulen, Krankenhäuser, Pflege, Renten, Jobs – und um die Frage, wie ein Land plant, wenn die junge Bevölkerung nicht mehr selbstverständlich nachwächst.
