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SARGASSUM

Braunalgen-Plage – die weißen Traumstrände der DomRep sind stärker bedroht als gedacht

Punta Cana, 08.07.2026  –  (tpj)  –  Dominikanische Republik

DomRep - Sargassum wird zur Gefahr für die weißen Strände
Langgezogene, braune Algenteppiche am Strand sind für viele Urlauber vor allem eines: ein Ärgernis! – Sie sehen unschön aus, riechen streng und stören das perfekte Karibikbild. Doch Forscher warnen jetzt: Vom Meer angespülte Braunalgen sind nicht nur ein Problem für die Optik. Die Algen könnten auch den Sand selbst unter Druck setzen – und damit ausgerechnet jenes Naturkapital gefährden, von dem die Dominikanische Republik so stark lebt.

Hintergrund ist eine Untersuchung des „Instituto Tecnológico de Santo Domingo“ (INTEC) zu acht stark touristisch genutzten Stränden des Landes, deren Ergebnisse Sorge bereiten.

Die wissenschaftliche Auswertung zeigt, wie empfindlich viele dominikanische Traumstrände tatsächlich sind: Ein Großteil des hellen, feinen Sandes besteht nicht einfach aus zerriebenem Gestein, sondern aus Resten mariner Organismen – etwa Korallen, Rotalgen und Muscheln. Diese natürlichen „Karbonat-Fabriken“ im Meer sorgen dafür, dass sich Sand immer wieder neu bilden kann. Genau hier liegt das Problem. Viele der hellen Strände, die für Hotels, Reiseveranstalter und Urlauber so wertvoll sind, enthalten kalkhaltige Bestandteile wie Aragonit und Calcit. Diese Stoffe geben dem Sand seine helle Farbe und feine Struktur, reagieren aber empfindlich auf Veränderungen der chemischen Bedingungen.

Wenn große Mengen an Braunalgen, auch „Sargassum“ genannt, am Strand liegen bleiben, verrotten oder sogar im Sand vergraben werden, kann sich das Umfeld verändern. Säure, organische Zersetzung und ein veränderter pH-Wert könnten die empfindlichen Sandbestandteile zusätzlich angreifen.

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Die Forscher vergleichen den Effekt vereinfacht mit einer Eierschale: Auch sie besteht aus Kalziumkarbonat und wird durch Säure angegriffen. Für die Strände bedeutet das: Der Sand ist kein statischer Untergrund, der einfach immer da ist. Er entsteht, wandert, wird abgetragen und muss durch natürliche Prozesse wieder ersetzt werden. Werden Korallenriffe geschwächt, Küsten verbaut, Wasser verschmutzt oder Algen falsch entsorgt, gerät dieser Kreislauf ins Wanken.

Noch ist nicht exakt gemessen, wie stark Sargassum die Sandqualität tatsächlich verschlechtert. Auch die INTEC-Forscher betonen, dass dafür weitere Untersuchungen nötig sind. Klar ist aber: Die Algen kommen zu einer ohnehin langen Liste von Belastungen hinzu – darunter Korallensterben, Meeresspiegelanstieg, stärkere Wellen, Küstenbebauung, Abwässer und wachsender Tourismusdruck.

Als eine Art Referenz für ein weitgehend intaktes Küstensystem dient der Wissenschaft der Strand der „Bahía de las Águilas“. Dort zeigt sich, wie stabil ein Strand bleiben kann, wenn der Mensch der Natur Raum lässt: Korallen, Muscheln und andere Meeresorganismen liefern über lange Zeit die Grundlage für hellen, feinen Sand.

Für die Dominikanische Republik steht damit mehr auf dem Spiel als ein schöner Strandtag. Der helle Sand ist ein zentraler Teil des touristischen Versprechens: Karibik, Sonne, Meer, weißer Strand. Wenn dieses Postkartenidyll leidet, trifft das nicht nur die Natur, sondern auch Hotels, Ausflugsanbieter, Gemeinden und am Ende die gesamte Tourismuswirtschaft. Sargassum ist damit längst mehr als ein brauner Teppich am Wasser – es ist ein Warnsignal für den Zustand der Küsten.

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