Dengue- und Gürtelrose-Impfungen bleiben Privatsache
Puerto Plata, 19.07.2026 – (tpj) – Dominikanische Republik

Doch ausgerechnet bei zwei Krankheiten, die im Land ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen, bleibt der staatliche Schutz unvollständig: Impfungen gegen Dengue und Gürtelrose sind bislang nicht enthalten.
Vor allem bei der Tropenkrankheit Dengue weist die kostenlose staatliche Vorsorge eine deutliche Lücke auf. Das Virus zirkuliert in der DomRep dauerhaft und hat in den vergangenen Jahren immer wieder größere Ausbrüche verursacht. Obwohl in mehreren Ländern bereits Impfstoffe gegen Dengue zugelassen sind, wurde bislang keiner in das öffentliche Impfprogramm des Landes aufgenommen.
Mit „Qdenga“ (TAK-003) steht ein neuerer Impfstoff zur Verfügung. Er ist in der Europäischen Union ab vier Jahren zugelassen und wird in zwei Dosen im Abstand von drei Monaten verabreicht. Die WHO empfiehlt seinen Einsatz vor allem für Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren in Gebieten mit hoher Dengue-Übertragung. Daneben existiert der ältere Impfstoff „Dengvaxia“. Dieser darf jedoch nur bei Menschen eingesetzt werden, die nachweislich bereits eine Dengue-Infektion hatten, weil bei zuvor nicht infizierten Personen das Risiko eines späteren schweren Krankheitsverlaufs steigen kann.
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Ähnlich ist die Lage bei Gürtelrose. Die Erkrankung entsteht durch eine Reaktivierung des Windpockenvirus und betrifft besonders Menschen ab 50 Jahren sowie Patienten mit geschwächtem Immunsystem. Der Impfstoff „Shingrix“ senkt das Risiko einer Gürtelrose und der häufig langwierigen Nervenschmerzen nach der Erkrankung um mehr als 90 Prozent.
In der DomRep ist der Impfstoff ebenfalls nur privat erhältlich. Eine Dosis kostet rund 13.500 Pesos. Da für den vollständigen Schutz zwei Impfungen im Abstand von zwei bis sechs Monaten notwendig sind, summieren sich die Kosten auf etwa 27.000 Pesos. Die Basistarife der Krankenversicherungen übernehmen davon nichts. Gürtelrose, medizinisch auch „Herpes Zoster“ genannt, stelle derzeit keine erhebliche Bedrohung für die öffentliche Gesundheit des Landes dar, heißt es aus der zuständigen Impfabteilung von „Salud Pública“.
Der Zugang zu Schutzimpfungen gegen Dengue und Gürtelrose hängt somit vor allem von einer Frage ab: Wer kann ihn sich leisten? Die Gesundheitsbehörden begründen ihre Zurückhaltung mit medizinischen und wirtschaftlichen Kriterien. Bevor ein neuer Impfstoff in das staatliche Programm aufgenommen wird, müssen Krankheitslast, Wirksamkeit, Sicherheit, Kosten, Nutzen und die langfristige Finanzierung geprüft werden.
Aus Sicht eines staatlichen Impfprogramms mag dies nachvollziehbar sein. Für den Einzelnen ändert es wenig: Gegen zahlreiche klassische Infektionskrankheiten schützt der Staat kostenlos. Bei Dengue und Gürtelrose bleibt die Vorsorge dagegen lückenhaft – oder wird zur privaten Investition in die eigene Gesundheit.
