150 Medaillen! DomRep schreibt Sportgeschichte bei den Zentralamerika- und Karibikspielen
Santo Domingo, 09.08.2026 – (tpj) – Dominikanische Republik

Der Traum von Platz vier platzte erst auf der Zielgeraden. Am letzten Wettkampftag zog Venezuela noch vorbei und verdrängte die Dominikanische Republik auf Rang fünf. Doch die Platzierung erzählt nur die halbe Geschichte: Mit 150 Medaillen feiert die DomRep die erfolgreichsten Zentralamerika- und Karibikspiele ihrer Geschichte.
Besonders die Leichtathleten wurden während der Spiele zur Goldmaschine. Das Herzstück des Erfolgs lag auf der Laufbahn. 23 Medaillen – davon allein 14 Gold – machten die Leichtathletik zur erfolgreichsten dominikanischen Sportart der Spiele. Ein Rückblick auf die erfolgreichsten Momente:
• Leichtathletik / Sprint
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Auch Superstar Marileidy Paulino lieferte: Die Olympiasiegerin von Paris 2024 gewann die 400 Meter in 48,94 Sekunden und holte gemeinsam mit Erick Sánchez, Anabel Medina und Christopher Melenciano Gold über 4 × 400 Meter Mixed.
• Halbmarathon
Auch auf der Straße gab es dominikanisches Gold: Alvaro Abreu gewann den Halbmarathon entlang des Malecóns von Santo Domingo in 1:02:48 Stunden und stellte damit ebenfalls einen neuen Spiele-Rekord auf. Der Dominikaner ließ dabei den Titelverteidiger Alberto González aus Guatemala hinter sich.
• Boxen
Außergewöhnlich stark zeigten sich auch die Boxer. Gleich sieben dominikanische Finalisten stiegen am Freitagabend in den Ring und verließen ihn allesamt als Sieger. Besonders glänzten die beiden Olympia-Bronzemedaillengewinner Yunior Alcántara und Cristian Pinales. Pinales sorgte dabei für einen echten Coup: Im Finale bis 90 Kilogramm bezwang er Kubas Box-Legende Julio César La Cruz, zweifacher Olympiasieger und fünffacher Weltmeister. Auch Estefani Almánzar schrieb ihre Erfolgsgeschichte weiter und verwandelte ihre Silbermedaille von 2023 diesmal in Gold. Dieser Medaillenrausch katapultierte die Dominikaner auf der Zielgeraden des Medaillenspiegels sogar kurzzeitig bis auf Platz vier.
• Karate
Auch im Karate gab die DomRep den Ton an: Fünfmal Gold, dreimal Silber und dreimal Bronze bedeuteten elf Medaillen und Platz eins in der Sportartenwertung. Herausragend war María Dimitrova, die in der Disziplin Kata bereits ihr sechstes Gold in Folge bei Zentralamerika- und Karibikspielen gewann. Ebenfalls ganz oben auf dem Podest standen Larry Aracena, Thalía Terrero und Penélope Polanco. Eine weitere Goldmedaille sicherte sich das dominikanische Frauen-Team in der Kata-Mannschaft.
• Wasserski
In Bestform präsentierten sich auch die dominikanischen Wasserskifahrer. Vor allem die Pigozzi-Brüder machten die Anlage praktisch zur Familienbühne: Paolo Pigozzi gewann Gold in der Gesamtwertung „Overall“, Robert Pigozzi triumphierte im Slalom und Andrea Pigozzi sicherte sich Gold im Springen. Damit gingen gleich drei Titel an eine einzige Familie. Besonders spektakulär: In der Overall-Wertung musste Paolo ausgerechnet seinen Bruder Andrea bezwingen, der Silber holte.
• Judo
Auch im Judo gehörte die DomRep zu den stärksten Nationen. Drei Goldmedaillen gingen an die Gastgeber: Ana Rosa gewann in der Klasse bis 57 Kilogramm, Esmeralda Damiano bis 70 Kilogramm und Robert Florentino bis 90 Kilogramm. Florentino, bereits Teilnehmer der Olympischen Spiele in Tokio und Paris, dominierte sein Finale besonders eindrucksvoll: Gegen den Puerto-Ricaner Derik Rodríguez benötigte der 29-Jährige gerade einmal 63 Sekunden bis zum Ippon.
• Gewichtheben
Eine wahre Medaillenflut gab es im Gewichtheben: 18 Medaillen steuerten die dominikanischen Athleten zur Gesamtbilanz bei. Für Gold sorgten Dahiana Ortiz und Yudelina Mejía. Ortiz triumphierte in der Klasse bis 48 Kilogramm im Stoßen mit 100 Kilogramm. Mejía ließ in der 86-Kilo-Klasse 140 Kilogramm folgen und holte ebenfalls Gold im Stoßen; im Reißen gewann sie zudem Silber. Weitere Medaillen sammelten unter anderem Luis García, Francheska Matías, Daiana Serrano, Crismery Santana und Ezequiel Germán. Damit bestätigte das Gewichtheben einmal mehr seinen Ruf als eine der verlässlichsten Medaillenquellen des dominikanischen Sports.
• Ringen
Auch auf der Matte gab es dominikanisches Gold: Christopher Foca gewann die Klasse bis 86 Kilogramm im Freistilringen. Besonders bemerkenswert: Für den in New Jersey geborenen Sohn einer Dominikanerin waren die Spiele der erste internationale Auftritt im Trikot der DomRep – und der endete gleich mit Gold. Im Finale ließ Foca seinem mexikanischen Gegner Kevin de León keine Chance und gewann mit 5:0.
• Tennis
Gleich doppelt jubeln durfte Tennis-Ass Nick Hardt. Der Mann aus Puerto Plata verteidigte zunächst seinen Titel im Herren-Einzel und holte anschließend gemeinsam mit Peter Bertran auch Gold in der Copa de Naciones. Im Finale gegen Kolumbien machte Hardt mit einem souveränen 6:0 und 6:4 gegen Cristian Rodríguez den Gesamtsieg perfekt. Für Hardt war es bereits die fünfte Goldmedaille seiner Karriere bei Zentralamerika- und Karibikspielen.
• Volleyball
Die Königinnen bleiben Königinnen. Für einen der emotionalsten Momente sorgten einmal mehr die „Reinas del Caribe“. Die Volleyballerinnen besiegten Kolumbien im Finale glatt mit 3:0 und holten zum siebten Mal in Folge Gold bei Zentralamerika- und Karibikspielen.
• Softball
Den goldenen Schlusspunkt setzten schließlich die Softball-Herren. In der letzten Medaillenentscheidung der gesamten Spiele schlug die DomRep ausgerechnet Weltmeister Venezuela mit 5:1 und verteidigte damit ihren Titel von San Salvador 2023. Ein passender Abschluss für Spiele, bei denen die Gastgeber ihre bisherige Bestmarke deutlich nach oben schraubten.
Unter dem Strich kann man sagen: Was für ein Event für die Dominikaner! Natürlich spielte der Heimvorteil mit eine Rolle: Als Gastgeber konnte die DomRep mit einem besonders großen Aufgebot antreten und war in zahlreichen Disziplinen vertreten. Doch 150 Medaillen und 46 Siege lassen sich nicht kleinreden. Damit fällt ein Rekord, der 16 Jahre Bestand hatte: 2010 waren es in Mayagüez (Puerto Rico) insgesamt 133 Medaillen gewesen. Auch 46 Goldmedaillen sind neuer Bestwert.
Auch für unsere Redaktion waren es großartige Spiele mit vielen besonderen Momenten, über die wir – teils live – aus Santo Domingo berichten konnten. Am Ende steht zwar „nur“ Platz fünf im Medaillenspiegel. Doch was bleibt, sind 150 Medaillen, 46-mal Gold – und ein dominikanischer Rekord für die Geschichtsbücher.
