Vietnamesischer Telekom-Anbieter „Viettel“ will den dominikanischen Mobilfunkmarkt erobern
Santo Domingo, 21.08.2026 – (tpj) – Dominikanische Republik

Jetzt will ein neuer Anbieter den dominikanischen Markt aufmischen: Viettel. Der vietnamesische Telekomkonzern hat große Pläne für die DomRep, hält die bisherigen Preise für mobiles Internet für zu hoch und will mit einem eigenen Netz und eigenen Viettel-SIM-Karten günstigere Alternativen zu Claro und Altice schaffen. Dafür will Viettel rund 560 Millionen US-Dollar in der Dominikanischen Republik investieren.
Dass Viettel ausgerechnet in die Dominikanische Republik investiert, ist kein Zufall. In den eigenen Unternehmensunterlagen beschreibt der Konzern den dominikanischen Telekommarkt als nahezu vollständig in der Hand von nur zwei großen Anbietern – und das bei hohen Preisen für mobile Daten. Genau darin sieht Viettel seine Chance, um ein großes Stück vom Kuchen des DomRep-Mobilfunkmarktes abzubekommen.
Was macht Viettel anders? In Vietnam setzt Viettel auf Tarifmodelle, die man in der DomRep bisher so kaum kennt. So gibt es Pakete, bei denen der Datenverbrauch für Facebook, Messenger, YouTube und TikTok nicht auf das normale Datenvolumen angerechnet wird. Auch für Touristen könnte Viettel künftig interessant sein: Der Konzern bietet etwa für Vietnam spezielle Tourist-SIMs an, die sich online mit dem Reisepass registrieren lassen.
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Bis die ersten Kunden tatsächlich mit einer Viettel-SIM telefonieren oder surfen können, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Zunächst muss eine dominikanische Tochtergesellschaft gegründet, ein Konzessionsvertrag abgeschlossen und anschließend ein landesweites Funknetz aufgebaut werden.
Viettel kommt dabei nicht als kleiner Herausforderer. Der Konzern zählt international rund 90 Millionen Kunden und ist in mehreren seiner Auslandsmärkte bereits die Nummer eins. Hinter dem Unternehmen steht die staatliche vietnamesische Military Industry and Telecommunications Group, die dem Verteidigungsministerium des Landes zugeordnet ist.
Die aktuellen Zahlen im dominikanischen Telekommunikationsmarkt zeigen, wie konzentriert der Markt tatsächlich ist. Ende 2025 verfügte Claro über rund 63,7 Prozent aller Mobilfunkanschlüsse, Altice über 33,5 Prozent. Viva kam lediglich auf 2,8 Prozent. Für Millionen Kunden gibt es damit bislang kaum echte Auswahl zwischen mehreren großen Netzanbietern.
Die Dominikanische Republik ist für Viettel kein völlig unbekanntes Terrain. Der Konzern ist bereits auf der anderen Seite der Insel aktiv: Seit 2011 betreibt Viettel gemeinsam mit dem haitianischen Staat den Anbieter Natcom. Dort hält Viettel 60 Prozent der Anteile und ist inzwischen Marktführer.
Ob der neue Konkurrent in der Dominikanischen Republik tatsächlich für niedrigere Preise sorgt, ist jetzt noch offen. Mehr Wettbewerb könnte jedoch Bewegung in Tarife, Datenpakete, Netzabdeckung und Service bringen. Genau darauf setzt auch INDOTEL mit der Vergabe der zusätzlichen Frequenzen.
Für Claro und Altice beginnt damit noch kein Preiskampf. Aber erstmals seit Jahren zeichnet sich ein Wettbewerber ab, der über genügend Kapital, internationale Erfahrung und eigene Infrastrukturpläne verfügt, um den dominikanischen Telekommarkt tatsächlich verändern zu können.
