Weniger neue Firmen – Zahl der Firmenschließungen steigt
Santo Domingo · 12. September 2026 · tpj

Die gute Nachricht: Insgesamt waren Ende 2025 landesweit 125.715 Unternehmen registriert – 4,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Und sie generieren vor allem eines: Jobs! Nach der Statistik legte die Anzahl der Arbeitsplätze um 3,2 Prozent zu – auf rund 2,57 Millionen Beschäftigte.
Bei den Neugründungen liegen vor allem Branchen im Trend, die eng mit dem Wachstum im Tourismus und der Immobilienwirtschaft verbunden sind. Bei Hotels und Gastronomie lag die Gründungsrate 2025 bei 14,9 Prozent, im Bereich Transport und Logistik bei 14,8 Prozent und im Baugewerbe bei 13,2 Prozent. Auch der Immobiliensektor lag mit 12,2 Prozent über dem landesweiten Durchschnitt von 11,6 Prozent. In absoluten Zahlen bleibt allerdings der Handel mit 4.466 neu gegründeten Unternehmen mit Abstand die wichtigste Branche.
Betrachtet man die statistische Unternehmensentwicklung der vergangenen drei Jahre genauer, zeichnet sich allerdings ein Muster ab, das erst der Vergleich zwischen Neugründungen und Unternehmensschließungen sichtbar macht: Bei den Neugründungen zeigt sich seit zwei Jahren ein leichter Rückgang. Nach 15.138 neuen Unternehmen im Jahr 2023 sank die Zahl 2024 auf 14.520 und 2025 nochmals leicht auf 14.458. Gleichzeitig verschwinden immer mehr Firmen dauerhaft aus dem Unternehmensbestand.
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• Unternehmensentwicklung 2023
Neugründungen: 15.138 / Schließungen: 2.256
• Unternehmensentwicklung 2024
Neugründungen: 14.520 / Schließungen: 5.417
• Unternehmensentwicklung 2025
Neugründungen: 14.458 / Schließungen: 5.784
Fazit: Trotz 44.116 Neugründungen in den vergangenen drei Jahren verzeichnete die Statistik gleichzeitig 13.457 Unternehmensschließungen. Rein rechnerisch bleibt damit ein Plus von 30.659 Unternehmen.
Allerdings sind die Zahlen nicht mit klassischen Firmenpleiten oder Betriebsschließungen im jeweiligen Jahr gleichzusetzen. Die ONE stuft ein Unternehmen erst dann als „gestorben“ ein, wenn es mindestens 60 Monate in Folge weder wirtschaftliche Aktivität noch Beschäftigte gemeldet hat.
Doch woran liegt dies? Warum Unternehmen dauerhaft vom Markt verschwinden, weist die ONE-Statistik nicht aus. Andere Untersuchungen zeigen allerdings, wo vor allem kleinere Betriebe unter Druck geraten: hohe Betriebskosten, schwieriger Zugang zu günstigen Krediten, Bürokratie und eine nachlassende Nachfrage gehören zu den wiederkehrend genannten Problemen. Dies erklärt, warum vor allem kleine Unternehmen aus ONE-Statistik verschwinden. Von den 5.784 im vergangenen Jahr als „gestorben“ eingestuften Firmen entfielen 5.327 auf Betriebe mit höchstens zehn Beschäftigten. Gleichzeitig entstehen gerade in diesem Segment besonders viele neue Firmen. Von den 14.458 Neugründungen des vergangenen Jahres hatten 13.690 höchstens zehn Beschäftigte – fast 95 Prozent. Nur neun der neu hinzugekommenen Firmen beschäftigten mehr als 150 Mitarbeiter.
Damit konzentrieren sich sowohl Unternehmensgründungen als auch Unternehmensabgänge vor allem auf kleinere Unternehmen. Auch beim gesamten Unternehmensbestand dominieren kleine Betriebe. Unternehmen mit höchstens zehn Beschäftigten stellen 80,9 Prozent aller Firmen, beschäftigen aber lediglich 13,8 Prozent der Arbeitnehmer. Die großen Unternehmen mit mindestens 151 Beschäftigten machen dagegen nur 1,3 Prozent des Unternehmensbestandes aus, vereinen aber 60,8 Prozent aller sozialversicherten Arbeitsplätze auf sich.
Auf die große Bedeutung kleinerer Betriebe hat sich auch längst die Politik eingestellt. Seit 2017 trägt das zuständige Ministerium diese Unternehmensgruppe sogar zusätzlich im Namen: Aus dem früheren „Ministerio de Industria y Comercio“ wurde das „Ministerio de Industria, Comercio y Mipymes“. MIPYMES steht dabei für „Micro, Pequeñas y Medianas Empresas“ – also Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen. Mit der Umbenennung wurde deren Förderung auch institutionell stärker im Wirtschaftsministerium verankert.
Die Bilanz bleibt damit grundsätzlich positiv: Die Zahl der formell registrierten Unternehmen und der Beschäftigten wächst weiter. Die Statistik zeigt zugleich, dass das Wachstum stark von kleineren Unternehmen getragen wird – und genau dieser Teil der dominikanischen Wirtschaft besonders anfällig ist.
