Eigentlich hätte man hier alles für ein Naturparadies - eigentlich...
Santo Domingo, 14.06.2017 – ein Beitrag von Jürgen Crone – 141 mal gelesen
Aber wie will man Lebensräume erhalten, wenn sich die Bevölkerung explosionsartig vermehrt und ausbreitet, wenn Ölschulden mit dem Export von Bohnen nach Venezuela getilgt werden können. Und die Menschen an der Erhaltung ihrer Umwelt zu interessieren und zu beteiligen, davon ist hier nicht viel zu spüren. In den Schulen sind die Lehrer mehr mit sich selbst als mit den Schülern und dann auch noch mit solchen Themen beschäftigt? Und für Finanzierung von großartigen Umweltprojekten fehlen die Mittel.
So brüstet man sich nur mit Nationalparks, und nur mit dem einen Ziel, möglichst viel Touristen anzulocken. Aber für die Wahrung des biologischen und ökologischen Gleichgewichts der Natur wird nicht viel Erkennbares getan. Da ist die Aufforstung von paar einst sinnlos gerodeten Waldflächen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, wenn im gleichen Atemzug immer mehr Rückzugsgebiete von wild lebenden Tieren und seltenen Pflanzenarten der Schaffung neuer Nutzflächen geopfert werden.
Ein weiteres großes Umwelt schädigendes Problem ist der immer reichlicher anfallende Wohlstandsmüll und dessen Beseitigung. Das ist auch in erster Linie ein Erziehungs- und Aufklärungsproblem, und mangels staatlicher fehlender Initiative und Investitionen gehen wertvolle Sekundär-Rohstoffe unwiederbringlich für immer verloren, verschandeln Natur und Umwelt, gefährden Tier- und Pflanzenwelt und nicht zuletzt die Menschen. Das alles ist ein Thema wohlbekannt, über das man eigentlich nicht mehr schreiben muss, nur handeln müsste.
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Aber leider musste ich in letzter Zeit feststellen, dass durch die Bebauung angrenzender unbebauter Flächen, auch durch die Überhandnahme von Katzen viele der oft schon seltenen Gäste ausbleiben oder nur noch ganz selten zu beobachten sind. Noch mehr aber wundert es mich, dass es hier wohl ein Gesetz zum Schutze der Tiere existieren soll, dass aber scheinbar nur den Schöpfern desselben bekannt sein muss, denn von seiner Einhaltung bzw. von der Ahndung bei Verstößen ist hier nicht zu spüren.
Da werden von Jugendlichen Vogelnester ausgenommen, die Elternvögel mit der Fletsche gekillt, Schlangen, Kröten, Taranteln von Erwachsenen aus Dummheit und Unwissenheit als hochgiftige und somit äußerst gefährliche Tiere beseitigt; und unglaublich, diese wunderschönen und äußerst wichtigen, leider schon recht seltenen Eulenvögel als Hexen verschrien und regelrecht in einem Rausch erschlagen. Und alle gucken zu oder schauen weg und sind somit auch beteiligt. Es macht mich sehr betroffen, dass ich nun innerhalb von zehn Tagen gleich zweimal zusehen musste, wie eine herrliche Schleiereule, getötet und an den Füßen zusammen gebunden, in einem regelrechten Rausch zur Austreibung von Hexen und Teufeln auf dem Rücken dieser Entarteten noch gänzlich zerschlagen wurde.
Das zweite Elend muss ich mir nun jeden Tag ansehen und versuchen, dieses zu lindern. Es ist ein noch sehr junger, wahrscheinlich ein Steinkauz, dem seine Beine verstümmelt wurden, ein Bein ein offener Bruch ist, das andere Bein ein geschlossener. Leider können wir nur lindern, nicht helfen, denn ein Tierarzt machte da wenige Anstalten, wahrscheinlich auch noch von Resten des Hexenglaubens besessen. Man müsste das Bein amputieren, bot er uns an. Besser wäre es aber, dieses korrekt zu operieren und zu schienen, das andere müsste auch eingegipst werden. Wer aber macht dies hier? Gibt es hier überhaupt Auffangstationen für verletzte Tiere?
Wenigstens haben wir eine Freude, dass es unserer gefiederten Mäusefängerin nicht schlechter, immer etwas besser geht, sie ihre neuen Eltern immer mehr akzeptiert. Welche Gefühle mögen in ihr vorgehen, welche Schmerzen muss sie ausstehen? Hat sie überhaupt eine Chance zu überleben? Schaden wir ihr mehr, als dass wir mit unseren Maßnahmen helfen? Fragen, die keine Antwort finden.
Das Internet war da auch wenig aufschlussreich, nur für deutsche und europäische Verhältnisse gedacht. So ziemlich steht jedenfalls fest, dass sie nie wieder auf einem Ast sitzt oder gar eine Maus fangen wird, sie immer auf menschliche Hilfe angewiesen sein wird, ihre Lebenserwartung nicht rosig aussieht. Wie kann man das nur einem Tier antun? Wie kann man da nur Freude daran haben, wo sich hier doch die meisten als sehr christlich geben?
Du sollst nicht töten, sagt wohl eines der Zehn Gebote aus. Gilt das nur für die Menschen? Davon ist hier leider auch nichts zu spüren, wo doch jeden Tag Ermordete in den Medien präsentiert werden, wo man sich mit Vorliebe für Machete, Pistole oder ätzende Säure gegenseitig umbringt. Welche Irren haben das getan? Der Kreis derer ist uns nun bekannt, das uns aber auch nicht weiterhilft. Hier muss man tatsächlich vorsichtig sein, sich zu äußern. Das ist wirklich alles schade, schade für eine eigentlich sehr schöne Insel, deren Sitten und Bräuche immer mehr entarten...
