Kompletter Stromausfall im gesamten Land
Sosúa, 12.11.2025 – ein Beitrag von Monika Anders – 10417 mal gelesen
Um ca. 13.20 Uhr fiel der Strom aus und wir warteten einige Minuten, weil in der letzten Zeit die Stromausfälle sehr viel seltener und vor allem kürzer ausfielen. Als er auch nach 15 Minuten nicht wieder zurückkam, haben die Glücklichen unter uns ihre Planta (ihren Generator) „angeschmissen“. Wir haben jetzt glücklicherweise auch einen, der allerdings eine rechte „Rappelskiste“ ist. Er übertönt alles und gehört überhaupt nicht in die Kategorie „nervenschonend“, aber man gewöhnt sich dran.
Wir hatten unsere bereits getestet (von voll bis leer) und wussten: Sie hält 5,5 Stunden mit einer Füllung durch.
Um 15.45 Uhr verließ uns der Generator. Neuer Kraftstoff versetzte uns dann ab 19.00 Uhr wieder in die Lage, Strom zu generieren.
Als es letztendlich dunkel wurde und immer noch kein Strom zurückgekommen war, dachten wir uns bereits, dass wir höchstwahrscheinlich noch viele weitere Stunden ohne Strom sein und wir deshalb eine weitere Füllung benötigen würden. Es musste etwas passiert sein, denn die Stromgesellschaft lässt uns in der Regel für normale Reparaturen nicht bis in die Nacht im Dunkeln sitzen.
Inzwischen wussten wir auch, dass es nicht nur in unserem Ort komplett dunkel war, sondern dass es sich um einen katastrophalen Notfall handelte: Niemand auf der ganzen Insel hatte Strom. Man rätselt noch, was genau die Ursache war. Es gab wohl einen Kurzschluss im Hauptumspannwerk, der sämtliche Generatoren des Landes (wir bekommen unseren Strom im Land über große Generatoren, was man angesichts des riesigen Sonnenangebotes mal ändern sollte) außer Funktion setzte.
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Kein einziges Licht brannte im gesamten Land, kein Haus, keine Straßenbeleuchtung – stockdunkle Nacht überall.
Die Polizei war pausenlos im Einsatz, denn für Einbrecher und Ganoven war diese Nacht wie für sie gemacht. In der Hauptstadt mussten Menschen aus der Metro befreit werden und dort gibt es auch einige Hochhäuser mit Aufzügen. Im übrigen Land gibt es eigentlich nur einstöckige Häuser (ohne Aufzug), schon wegen der Hurrikangefahr.
Als ich nachts aufwachte und sich mein Deckenventilator wieder über meinem Bett drehte, dachte ich daran, wie mächtig stolz ich auf unsere Leute hier bin. So einfach sie doch manchmal sind, so wunderbar sind sie auch. Sie haben sich die Nacht um die „Ohren geschlagen“, um uns alle zu beschützen und uns aus dieser misslichen und auch gefährlichen Lage wieder zu befreien.
Man kann sich kaum vorstellen, wie ein ähnlich großes (Bundes)land in Deutschland – z. B. Baden-Württemberg – mit einer solchen Situation umgehen würde. Kaum vorstellbar, dass sie dieses Problem in dieser relativ kurzen Zeit hätten regeln können. Ich fürchte, in Deutschland hätte es Tage gedauert. Und wir hier haben 31 Provinzen plus einen National-Distrikt, von denen alle autonom sind. Eine Glanzleistung haben sie fertiggebracht.
Ohne Strom ist man hilflos wie ein kleines Kind. Man sieht absolut nichts, absolut gar nichts funktioniert. Und das 12 Stunden lang, davon 7 in dunkelster Nacht.
Hier haben alle zusammengehalten, zusammen gearbeitet, keiner von denen saß gemütlich zu Hause, sondern alle haben geschuftet. Es ist nichts Schlimmes mit uns passiert, denn alle haben mit angepackt. So lange, bis die Gefahr für uns alle beseitigt war.
Großartige Leistung – ich bin unendlich dankbar!

