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So schmeckt die DomRep

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DER STAR AUF DEM DOMINIKANISCHEN TELLER

Kultknolle Yucca - ein vielseitiger Sattmacher

Santo Domingo, 04.04.2017  –  ein Beitrag von Achim Finkelde  –  218 mal gelesen

In jedem Land der Welt gibt es einen lokalen Star unter den Sättigungsbeilagen der Mahlzeiten. Die Sättigungsbeilage ist Teil auf dem täglichen Teller, welcher vor allem den Magen füllt, aber einem nicht unbedingt das Wasser im Mund zusammen laufen lässt. Was wäre z.B. Deutschland ohne die Kartoffel? Was wäre Asien ohne den Reis und was wäre die DomRep ohne ihre Yuccas oder seine Platanos.

Es geht hier um das leibliche Wohl und da lässt der Dominikaner nichts über seine Platanos oder eben die Yucca kommen. Kennen sie Yucca? Nein, dann sagt Ihnen der Name Maniok eventuell etwas! Auch nicht? Dann sind sie hier richtig, wenn sie die Dominikanische Republik lieben. Und Liebe geht bekanntlich durch den Magen! Maniok ist eine Wurzel oder Knolle - sie ist jedoch nicht wurzelig und auch nicht knollig. Sie ist schlank, länglich und rot-braun.

Man sieht sie eigentlich in jedem Colmado und wenn man sie nicht sieht, dann stimmt was nicht! Yucca hat keine Saison - es gibt sie immer! Wenn es also keine gibt, dann hat jemand die Letzte bereits gekauft und der Nächste, der Yucca will, dreht am Rad! Er fragt dann bestimmt nach Platanos und wenn die auch nicht da sind, ist er stocksauer! Das ist ein dominikanisches No Go!

Eventuell ist Ihnen damit klar, welchen Stellenwert diese braunen Knolle haben. Dominikaner lieben ihre Yucca, sie ist so etwas wie die Königin der karibischen Knollen. Eine sehr vielseitige Pflanze - sorry Knolle - die Sie in dieser Beitragsreihe in allen Facetten kennenlernen werden. „Poco a poco", wie man hier so sagt. Übrigens, Yucca es gibt auch bei Ihnen zuhause in Deutschland, zumindest wenn Sie einen guten Asia- oder Dritte-Welt-Laden in der Nähe haben, werden sie eventuell fündig. Und wer kann, der darf gern seine Freunde beim nächsten Fest mit Yucca statt der Kartoffel überraschen. Ob das ankommt weiß man zwar nicht, es sei denn es sitzt ein Dominikaner/in am Tisch. Dann haben Sie den Jackpot!

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Yuccas sind die essbaren Wurzeln des Kassave-Strauchs. Der wissenschaftliche, lateinische Name der Yucca lautet „Manihot esculenta". Die Pflanze gehört zur Familie der Wolfsmilchgewüchse. Gängige und allgemein bekannte Namen sind Maniok, Cassava oder Cassave. In der Dominikanischen Republik nennt man sie Yucca. Das Wort entstammt der Sprache der Kariben. Yucca stammt ursprünglich aus Südamerika und wurde schon vor der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus von den Ureinwohnern zur täglichen Ernährung verwendet.

Die heute angebotene Yucca ist aus wildwachsende Manihot-Arten entstanden und stammt ausnahmslos aus der Agro-Kulturen der Anbaugebiete. Yucca kam von Südamerika aus in die Karibik. Kariben und Arawaken, beides indianische Stämme aus Südamerika, kannten sie bereits, als sie die karibischen Inseln von Süden her besiedelten. Die Kariben gaben der Karibik ihren Namen. Sie wussten bei ihrer Migration bereits das Wissen über die Vermehrung, den Anbau und die Verarbeitung der Pflanzen. Der Anbau der Pflanze ist in der Karibik, Latein- und Mittelamerika wegen ihrer stärkehaltigen Wurzelknollen weit verbreitet. Die ältesten archäologischen Funde von Yucca-Überresten wurden in Mexiko gemacht. Ihr Alter wird auf 2.800 Jahre geschätzt. Als weitere Ursprungsorte kommen Gois, das Hinterland von Bahias oder die Amazonas-Region in Frage. Es ist auch denkbar, dass die Yucca in Mittel- und Südamerika unabhängig voneinander domestiziert wurde. Daher ist der Ursprung bis heute nicht klar, denn es kommen sowohl Süd- als auch Mittelamerika in Frage.

Die älteste europäische Beschreibung von Yucca stammt übrigens aus dem Jahr 1494. Die Spanier stießen in der Karibik und die Portugiesen im heutigen Brasilien auf die Pflanze. Man berichtete von Brot aus giftigen Wurzeln. In den mittel- und südamerikanischen Kolonialgesellschaften erlangte die Yucca schnell große Bedeutung für die Ern?hrung, speziell der Siedler und Sklaven.

Yucca als Nahrungsmittel: In der Küche werden von der Pflanze vor allem die Wurzelknollen verwendet. Die Blätter kann man ebenfalls als Gemüse ähnlich wie Spinat verwenden. Die gängigste Art in der Dominikanischen Republik Yucca zu essen ist, sie wie Salzkartoffeln einfach zu kochen. Sie wird dazu zuerst sauber geschält, in mundgerechte Stücke geschnitten und dann in Salzwasser gekocht. Ganz wichtig ist zu wissen: Im rohen Zustand sind die Yuccaknollen bedingt giftig, da sie wie viele andere Wolfsmilchgewüchse Blausäure enthalten! Der Gehalt an giftigen Stoffen ist stark sortenabhängig. Die sog. „süßen“ Sorten enthalten nur wenig Blausäure. Die in der Yucca enthaltene Blausäure ist nicht hitzebeständig und verliert bei Temperaturen über 75 Grad ihre Wirkung.

Yucca als Mehl: Yuccamehl ist glutenfrei und kann ähnlich wie Weizenmehl zum Backen verwendet werden. Menschen mit Allergien gegen Weizen und andere Getreide verwenden deshalb häufig Yuccamehl als Ersatz. Beliebt ist es in der Karibik, Yuccamehl mit Maismehl zu mischen. Geröstetes Yuccamehl nennt man Tapioka.

Yucca in der alternativen Medizin: Die frische Wurzel wird auch als Heilmittel bei Geschwüren benutzt. Die Samen einiger Sorten wirken abführend und brechreiz-erregend. Yucca als Industriepflanze: Auch hier ist die Pflanze auf dem besten Weg, sich zu einem Industrieprodukt zu entwickeln. Von allen Nutzpflanzen die Stärke produzieren, ist die Yuccakstärke die billigste.

In den Industrieländern hat man den Wert der extrem stärkehaltigen Yuccapellets inzwischen für die Tierf?tterung erkannt. Unter Zugabe von Sojaschrot, Trockenmilch und Fischfutter wird hochwertiges Haustierfutter produziert.

Benzin aus Yucca? Yucca oder Maniokpflanzen haben eine sehr aktive Fotosynthese und setzen Sonnenenergie mit hohem Effekt in Kohlenhydrate um. In Brasilien gezüchtete Yuccasorten können es schon längst mit dem energiehaltigen Zuckerrohr aufnehmen. „Gasohol“ heißt dieses Yucca-Benzin in Brasilien.