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Warum eine dominikanische Krankenversicherung?

Sosúa, 07.03.2018  –  ein Beitrag von Christian Vogt  –  592 mal gelesen

Eine dominikanische Krankenversicherung bedeutet, das Sie für die gleiche Behandlung bis zu 30 x weniger bezahlen!

Ein Beispiel: Sie brechen sich ein Bein. Es ist ein einfacher Bruch, der normalerweise nur eingegipst werden muss. Dies kostet in der DomRep rund 5.000 bis 7.500 RD$, ein Betrag, den jede dominikanische Krankenkasse erstattet, soweit kein stationärer Aufenthalt erforderlich wird. Erkennt das Krankenhaus aber, das Sie Privatpatient sind, kann es durchaus sein, das über den Gips hinaus mit einer völlig überflüssigen Operation eine Metallplatte zur Fixierung des Bruches eingesetzt wird. Kosten: 5.000 bis 10.000 US$, die sie privat, also aus eigener Tasche erstatten müssen.

DomRep: Warum eine dominikanische Krankenversicherung?
Um Ihnen jegliche Illusionen zu nehmen: Die dominikanische „Gesundheitsindustrie“ ist mehr an Ihrem Geldbeutel, als an Ihrer Gesundheit interessiert! Für eine dominikanische Klinik lohnt sich eine überflüssige Behandlung oder Operation nicht, da die Sätze, die die nationalen Krankenkasse bezahlen, gering sind. Das Gegenteil ist leider der Fall, wenn Sie privat versichert sind.

Auch bei den Wartezeiten gibt es erhebliche Unterschiede: Wenn Sie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erleiden, werden Sie als Privatpatient sofort behandelt, während Sie als Patient einer dominikanischen Versicherung eventuell 1 bis 1,5 Stunden warten müssen, bevor die Mitarbeiterin des Krankenhauses einen Sachbearbeiter der Krankenversicherung telefonisch erreicht, welcher für die Behandlung fernmündlich die Kostenerstattung zusagt.

Ein Krankenhaus beginnt in der Regel nicht mit der Behandlung, solange die Bezahlung nicht absolut sicher gestellt ist. Es gab ein berühmtes Foto, welches tagelang durch alle Zeitungen geisterte, wo ein Patient auf einer rollbaren Bahre liegend an einen Geldautomaten geschoben wurde, um eine Kaution zu hinterlegen. Das ist der große Nachteil der nationalen Krankenversicherungen, da meistens erst nach telefonischer Deckungszusage der Versicherung mit der Behandlung begonnen wird. Eine brauchbare nationale Krankenversicherung kostet rund 1.500 Pesos (ca. 30 US$) im Monat. Die Deckungsgrenze pro Krankheitsfall liegt in der Regel bei 300.000 Pesos (etwa 6.200 US$), was aber in dem meisten Fällen ausreicht.

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Eine Woche Krankenhausaufenthalt, etwa bei Dengue-Fieber, kostet in der DomRep zwischen 18.000 und 36.000 Pesos, je nach Krankenhaus, wohlgemerkt bei einer abgeschlossenen dominikanischen Krankenversicherung. Privat versichert dürfen Sie mit dem bis zu 30-fachen Preis rechnen! !! Die Sätze für Privatpatienten liegen teilweise sogar über „westlichem Niveau. Ein dominikanisches Krankenhaus kann als Privatunternehmen jeden Preis aufrufen, den es für angemessen hält.

Zwei Beispiele: eine Bypass-OP am Herzen kostet ohne Krankenversicherung ab 1,2 Millionen Pesos. Das Setzen von drei Stents – als ambulanter Eingriff – etwa 600.000 Pesos. Erwarten darf man bei einer Krankenversicherung für 30 US$ im Monat natürlich nicht, dass man per Helikopter oder Lear-Jet in eine Spezialklinik nach Miami ausgeflogen wird, solche Versicherungen gibt es, kosten dann aber auch dementsprechend.

Beachten Sie, dass es in der DomRep keinerlei kostenlose Krankenhausbehandlung gibt. Alle Behandlungen müssen entweder von Ihnen oder Ihrer Krankenversicherung bezahlt werden, dies gilt auch für Notfälle. Erwarten Sie auf keinen Fall, dass Sie umsonst behandelt werden! Allerdings: Für die Behandlung mittelloser Menschen gibt es in der DomRep? ffentliche Krankenh? user, sogenannte „Hospital Publico. Öffentliche Krankenhäuser sind auch für nicht-stationäre Behandlung von Patienten ohne Krankenversicherung und ohne eigene Mittel zuständig. Allerdings sind diese Behandlungen oftmals minimal oder sogar unzureichend, zudem müssen Sie mit langen Wartezeiten rechnen.

Die öffentlichen Krankenhäuser sind vielfach einfach nicht in der Lage, die hohe Anzahl von unversicherten Patienten zu versorgen, und angesichts der wachsenden Anzahl von AIDS-Kranken und illegalen Einwanderern hat sich diese Situation in den letzten Jahren noch verschlimmert. Machen Sie sich auch über die Qualität der öffentlichen Kliniken keine großen Illusionen. Für Medikamente und Verbandsmaterial müssen Sie auf jeden Fall selbst aufkommen. Die Ärzte sind oft Mediziner im praktischen Pflichtjahr, fast immer ohne Berufserfahrung! Die Zustände sind teils haarsträubend, Operationen nur lebenserhaltend und ohne jegliche kosmetische Ansprüche.

Vergleichen Sie die hiesigen Versicherungen nicht mit Europa. Dominikanische Versicherungen arbeiten nach anderen Prinzipien. Dies beginnt bereits bei der Deckung der Versicherungspolice. Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Beiträge immer pünklich bezahlen. Wenn eine Zahlung ausbleibt, ist der erste Schritt der Versicherungen die Stilllegung der Police, d. h. ab diesem Zeitpunkt besteht kein Versicherungsschutz mehr, ganz gleich wie lange Sie vorher einbezahlt haben. Nach weiteren fünf Tagen wird die Police dann in der Regel automatisch gelöscht! Eine dominikanische Krankenversicherung können Sie zumeist bis zu einem Alter von 59 Jahren problemlos abschließen, bis 64 Jahre eventuell noch mit einer ärztlicher Untersuchung. Danach nimmt Sie in der Regel keine Krankenkasse mehr auf. Anschlie? end gibt es nur noch die Möglichkeit, eine Firma zu gründen und mehrere Menschen als Angestellte zu versichern, was aber sehr aufwendig und teuer ist. Das ist dann die letzte Möglichkeit jemanden Älteren noch mitzuversichern! Also nicht zu lange warten.

Was ist als Versicherter zu beachten? Tragen Sie Ihre Versicherungskarte möglichst immer bei sich, um auch im Falle eines Unfalls problemlos und zeitnah ärztlich versorgt zu werden. Legen Sie Ihre Versicherungskarte immer VOR der Behandlung dem Arzt vor, um die Selbstbeteiligung und Versicherungshöhe abzuklären. Gehen sie ausschließlich zu Vertragskliniken oder zu einem Arzt der Ihre Versicherung auch akzeptiert.

Vertragskliniken bieten in der Regel einen gewissen Grundstandard, sind recht sauber und ordentlich. Jede Operation (außer eine Not-OP) muss von der Versicherung VORHER genehmigt werden. Wenn Sie im äußersten Notfall von einer Nicht-Vertrags-Klinik bzw. -Arzt behandelt werden, lassen Sie sich eine detaillierte Rechnung auf Ihren Namen ausstellen. Eigenverantwortung ist – vor allem wenn es um Versicherungsleistungen geht – in diesem Land ein wichtiger Faktor.

Fordern Sie also nicht Ihr Glück heraus, indem Sie in der DomRep ohne eine ausreichende Krankenversicherung leben! Falls Sie keine Versicherung haben und plötzlich eine Behandlung brauchen, bereiten Sie sich auf einige äußerst unschöne und vor allem teure Erfahrungen vor!