Traum vom Auswandern in die DomRep
Sosúa, 18.05.2019 – ein Beitrag von unserer Redaktion – 1371 mal gelesen
Wer ist gemacht für dieses Land?
Grundsätzlich muss man sagen, dass nie das Land die Schuld trägt wenn jemand hier herkommt und seine paradiesischen Vorstellungen sich nicht erfüllen. Das Land ist seit vielen Jahrzehnten so, die Entwicklung (in welche Richtung auch immer) treibt es voran oder zurück, die Sichtweisen sind unterschiedlich. Doch in jedem Land muss man mit Krisen leben, mit Preissteigerungen und vielen anderen Repressalien. Da bildet die Dominikanische Republik keine Ausnahme. Flexibilität ist wohl eine der Grundvoraussetzungen die ein auswanderungswilliger Mensch mitbringen sollte. Anpassung ist ebenso ein bedeutendes Element der Charaktereigenschaften die der Auswanderer mit sich bringen sollte. Überhaupt gibt es zahlreiche Informationsquellen und viele Ratschläge, wir versuchen einmal einige davon zu nennen.
Erst einmal muss man unterscheiden wer überhaupt auswandern möchte? Das Land bietet jedem Auswanderer etwas, mal mehr – mal weniger, vielleicht auch nur Enttäuschungen! Eine gute Vorbereitung auf Land und Leute ist daher sehr wichtig. Unterteilen wir mal in ein paar Hauptgruppen: Auswandern können Studenten und Praktikanten, Arbeiter und Angestellte, Unternehmer, Rentner. Nicht zuletzt sollte man auch die Lebenskünstler und die Kriminellen erwähnen, denn all dies spült die Welt hier in die Dominikanische Republik.
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Grundsätzlich sollte sich jeder Auswanderer aber im Klaren sein dass er in wirklich jedem Bereich Neuland betritt. Nichts ist mehr so wie in Deutschland oder der Schweiz oder in welchem Land auch immer. Das Für und Wider warum jemand seine alten Zelte abbricht ist sicher ebenso unterschiedlich wie die Vorstellungen über das Leben in der neuen Heimat. Festhalten kann man jedoch sicher: wer vor Problemen weglaufen will, der kann sich sicher sein dass er von diesen schnell wieder eingeholt wird! Wer vorher sein Leben nicht im Griff hatte, der sollte auf keinen Fall in die Dominikanische Republik kommen, denn hier ist es nicht nur karibisch-bunt und lässig, hier lauern für Menschen ohne Selbstdisziplin unendliche Gefahren, allerdings gibt es hier kein soziales Sicherheitsnetz welches einen dann auffängt. Freie Gesundheitsfürsorge? Sicher nicht. Nicht mal ein Obdachlosenheim findet man hier. Entweder man kann sich kontrollieren und verfügt über ein Mindestmaß an Disziplin, oder man bleibt zu Hause, Vater Staat sorgt sich dann schon. .. Ob man nun hart arbeiten muss um zu überleben oder ob man mit Lässigkeit, Sonne, Strand und Meer genießen kann hängt von der Gruppe der Auswanderer ab. Diese sind, wie erwähnt: Praktikanten und Studenten, Arbeiter und Angestellte, Unternehmer, Rentner, Lebenskünstler und Kriminelle.
Was das Land einem bietet, welche sozialen Verhältnisse herrschen, wie die Infrastruktur ist, all dies hängt auch vom Zielgebiet ab. Wer in Dajabon/Montecristi leben möchte, wird ganz andere Umstände vorfinden als in Santiago oder Santo Domingo und ein Leben auf der Halbinsel Saman· gestaltet sich ebenso unterschiedlich wie ein neues Leben in Punta Cana. Vorweg sollte also jeder Auswanderer sich genau erkundigen wie es um sein Traumziel bestellt ist! Die schlechtesten Informationen bieten da sicher die Immobilienmakler. Sie wollen verkaufen. Egal wo und egal was. Auf jeden Fall ist es immer ein ganz tolles Angebot. Makler kann man erst dann aufsuchen wenn man seine Region gefunden hat. Wir können auch nicht auf die vielseitigen Probleme der einzelnen Regionen eingehen, sie gestalten sich auch für die Auswanderergruppen unterschiedlich.
Wer Einsamkeit und ein heißes Klima verträgt, geringe Lebensqualität als kein Hindernis ansieht, der ist sicher auch gut im Grenzgebiet zu Haiti aufgehoben (Pedernales bis Montecristi). Doch dürfte das sicher eher der Einzelfall sein. Selbst Kriminelle die gern Unterschlupf suchen bevorzugen gerade belebte Gegenden. Dort findet man ja auch wieder viele Menschen (Opfer) für neue Gaunereien. Um gleich diese Gruppe Auswanderer (oder sollte man sagen Flüchtlinge) abzuhandeln: Mit vielen Ländern gibt es Auslieferungsabkommen. Eierdiebeì haben hier kaum etwas zu befürchten, eine Rückführung kommt das Heimatland einfach zu teuer. Nur bei einer Rückreise sollte man dann halt darauf gefasst sein dass man kurzfristig festgehalten wird. Großgauner und vor allem auch sexuelle Straftäter (allen voran Pädophile) werden jedoch oft gefasst und schnell wieder in die Heimat abgeschoben wenn dort Verfahren offen sind. Im Grunde kann man sagen: Früher oder später kriegen sie die Gauner, nicht zuletzt dank Interpol. Und natürlich helfen auch die Botschaften (auch die der Bundesrepublik Deutschland) immer gern mit Geld- und Sachspenden, die der Polizeiarbeit hier im Lande hilfreich zugute kommen sollen. Ein Pakt der auf Gegenseitigkeit beruht und die dominikanische Polizei mal zur Pflicht ruft.
Die DomRep für Rentner: Immer mehr Rentern spielen mit dem Gedanken, ihren Ruhestand im Ausland zu verbringen. Das beliebteste Ziel deutscher Rentner in der Karibik ist dabei die DomRep. Die meisten „fliehen“ mit ihrer Rente aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz, weil sie sich nicht nur ein angenehmeres Leben, ein gesundheitlich zuträglicheres Klima, vor allem aber mehr Kaufkraft für ihr Erspartes versprechen. Tatsächlich lässt es sich selbst mit kleineren Renten in der DomRep noch relativ passabel Leben – solange der Wechselkurs stimmt. Eines ist deutschen Rentner in der DomRep sicher: die Rente kommt pünktlich an. Nur die Kosten für die Überweisung muss der Rentner dann selbst tragen. (Tipp: das Rentenkonto bei einer Bank in Deutschland lassen und das benötigte Geld an einem ATM-Geldautomaten vor Ort abheben. Je nach Bank sind bis zu 30.000 RD$ auf einmal abhebbar. )
Dennoch geht der Plan nach einem „sorglosen Leben unter Palmen“ nicht immer auf. Die größte Gefahr geht vom schwankendem Wechselkurs des Pesos zum Euro aus. Ein Beispiel mit 1.000 Euro Monatsrente. Beim aktuellen Wechselkurs von 1:57 Pesos ist ein Auskommen mit umgerechnet 57.000 Pesos relativ easy. Die Miete für ein kleines Appartement nimmt nicht einmal die Hälfte der Rente in Anspruch ((in manchen Gegenden des Landes kann man für weniger als 250 Euro auch ein Haus mieten), eine Putzfrau ist mit ca. 4.000 RD$ p. M. locker drin, das tägliche Mittagessen in einem einfachen Restaurant (mtl. ca. 12.000 RD$) ebenfalls und es bleibt immer noch genug „Kleingeld“ für dieses oder jenes. Rutscht der Wechselkurs allerdings auf ein Niveau von unter 1:40 wie zwischen Oktober 2004 und Mai 2006 wird es schnell eng, bei einem Kursverfall auf unter 1:35 (Juli 2005) droht der finanzielle Kollaps.
Viele mögen denken: Wenn die Mehrheit der Dominikaner hier mit einem Mindestlohn auskommen muss, der oft nur zwischen 100 und 200 Euro liegt, kann ich mit meiner Rente dies schon lange. Doch der Vergleich hinkt! Dominikaner leben in großen Gemeinschaften zusammen (drei Generationen unter einem Dach sind keine Seltenheit), jeder gibt seinen Teil zu den Lebenshaltungskosten dazu. Als ausgewanderter Rentner ist man hingegen für ALLES allein verantwortlich und die Liste der Verbindlichkeiten kann lang sein (Miete, Müll, Wasser, Strom, Internet, Telefon, Gas, Lebensmittel, Rücklagen für Haushalt und Kleidung, Medikamente und ärztliche Versorgung. Hat man ein Auto? Braucht man Lizenzen (Aufenthaltsgenehmigung, Führerschein)?
Und nicht zu unterschätzen: Es liegt an der Region, wie hoch die Lebenshaltungskosten sind. Generell sind touristisch erschlossene Zonen deutlich teurer als Gegenden, die man als „nicht touristisch“ zusammenfassen kann. Das Leben in der Stadt ist teurer, als auf dem Land. Für Rentner jedoch stellt sich jedoch in erster Linie ein anders Problem: wie ist die ärztliche, bzw. medizinische Versorgung? Wie ist das Klima? Nicht zu vergessen, die Dominikanische Republik ist nicht nur „karibisch. Der Süden ist wärmer als der Norden, die Grenzgebiete zu Haiti nahezu heiß. Hingegen erreicht man im Zentralgebirge nachts auch schon mal Minusgrade, selbst in den höher gelegenen Orten wie Jarabacoa oder Constanza gehören nächtliche Temperaturen zwischen 8 und 12 Grad Celsius während der Wintermonate zur Normalität. Wer im Alter mit einer angeschlagenen Gesundheit zu kämpfen hat, sollte sich das Auswandern überlegen. Andererseits gibt es Krankheiten wie Asthma, Rheuma oder Arthrosen, die man in der DomRep kaum spürt, dank der guten Luft und des warmen Klimas. Wer allerdings als Asthmatiker in Haina lebt (eine der kontaminiertesten Regionen der Welt! ), hat sich die falsche Region ausgesucht. Ob Bluthochdruck oder Diabetes, all dies ist kein Hinderungsgrund, aber man sollte sicher sein, einen guten Arzt in der Nähe und ausreichend Apotheken in der Umgebung zu haben. Nicht jede dieser dörflichen „Farmacias“ ist auch gut sortiert. Eine größere Privatklinik sollte ebenfalls in der Nähe sein, für den Fall der Fälle. Wer dann im tiefen Campo wohnt und zwei Stunden fahren muss, um ein öffentliches Hospital aufzusuchen, der ist sicher schon verloren wenn mal ein Schlaganfall oder Herzinfarkt eintritt.
Krankenversicherung: Wer seinen Lebensabend in der DomRep verbringen will, verliert den Versicherungsschutz seiner gesetzlichen Krankenversicherung fast immer vollständig. Als Alternative bietet sich zunächst der Abschluss einer langfristigen Auslandsreisekrankenversicherung. Diese kann allerdings maximal über fünf Jahre abgeschlossen werden. Viele Versicherungen haben zudem Altersbeschränkungen, die für Rentner nicht unerheblich sind. Auch privat Versicherte sollten genau in ihren Vertrag sehen, ob ihre PKV im außereuropäischen Ausland einen zeitlich unbegrenzten Versicherungsschutz umfasst. Natürlich kann man sich auch bei nationalen Versicherern in der DomRep krankenversichern. Es gibt sogar Versicherungsgesellschaften, welche Personen auch noch im Alter von 80 Jahren aufnehmen, allerdings zu sehr hohen Beiträgen, geringen Leistungen und unter Ausschluss von Vorerkrankungen.
Nicht zuletzt ist es die eigene Einstellung, ob man im gesetzten Alter in ein Land aufbricht, dass man – wenn überhaupt – nur aus dem Urlaub kennt. Es kann durchaus problematisch werden, wenn nicht weiß was auf einen zukommt, ob man mit der Mentalität, dem Klima oder der Entfernung von zu Hause klarkommt. Auf jeden Fall sollte man als Rentner in der neuen Welt noch geistig frisch und gewillt sein Spanisch zu lernen – wenigstens in seinen Grundzügen. Ein Leben in rein „deutschsprachigen“ Kommunen hat sich (wie wohl in aller Welt) auch hier im Land oft als schwierig erwiesen. Es mag hilfreich sein wenn man sich in seiner Heimatsprache mit Freunden unterhalten kann, zu große Erwartungen sollte man jedoch nicht stellen an „hilfsbereite“ Deutsche. Klatsch und Tratsch, Neid und Missgunst sind wohl in kaum einer anderen Nationalität so ausgeprägt wie bei den „Germanen.
