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RESTAURANT-TEST

Eine Oase für Biergourmets - Cerveceria „North Coast Brew“

Sosúa, 24.09.2023  –  ein Beitrag von Uwe Hubertus Knödlseder  –  1185 mal gelesen

Zwei befreundete Biertrinker und somit Bierliebhaber beschlossen nach einem Bierfestival und einer Biermesse in Anlehnung an das Oktoberfest 2017 etwas Eigenes zu kreieren. Nachdem sie auf der Messe einen Braukurs besuchten, der Bierliebhaber dazu animieren sollte, für sich und Freunde ein eigenes Bier herzustellen, reifte immer mehr die Idee, daraus eine Geschäftsidee zu entwickeln, um hier in der Region Vorreiter zu sein. 2018 wurde eine große Lagerhalle angemietet und mit dem Brauen begonnen.

Gegenüber dem Supermercado „Super Pola“ in der kleinen Straße Calle Poema findet man nach 50 m diese Brauerei mit einem kleinen Food Court, wo Tacos und Snacks angeboten werden sowie eine kleine, einem Biergarten nachempfundenen Terrasse.
Die Karte bietet acht Biersorten in drei verschiedenen Gläsern mit unterschiedlichen Füllmengen.

DomRep: Eine Oase für Biergourmets - Cerveceria „North Coast Brew“
Auf der sehr informativen Karte sind neben der Bierbezeichnung auch der Alkoholgehalt sowie IBU und EBC angegeben. IBU steht für International Bitterness Unit und ist eine von der European Brewery Convention (EBC) festgelegte Maßeinheit für die Bitterkeit von Bieren. Sie beschreibt auch die so genannten isomerisierenden Alphasäuren des Hopfens.

Das erste auf der Karte ganz oben, ein belgisches Blonde Ale nach Leffe-Art (immerhin satte 5,6% Alkohol), ist so süffig, hat eine fruchtig-hopfige Note mit wenig Bitterkeit, dass es unmöglich ist, bei einem zu bleiben. Man kann mich für verrückt erklären, aber ich habe am Glas gerochen wie an einem edlen italienischen Amarone (Rotwein) und dann erst genüsslich getrunken. Man steht ja auch auf zwei Beinen, wenn man kein Flamingo ist. Also wohlschmeckend ist noch untertrieben, ebenso wie das dunklere Indian Pale Ale, das mit 6,7% Alkoholgehalt das stärkste Fassbier im Angebot ist und das Herz eines jeden Biergourmets höher schlagen und die Leber erzittern lässt. Bei ein, zwei Gläsern besteht keine Gefahr, denke ich.

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Die Holzbänke und Tische auf der Terrasse vor dem Lokal passen gut zum rustikalen Ambiente. Der kleine, voll klimatisierte Innenraum ist ebenfalls interessant möbliert und zeigt die acht Zapfhähne für die angebotenen Biersorten.
Die Herrentoilette diente bis vor kurzem noch ein halb aufgesägtes Bierfass aus Aluminium als Pissoir, was wohl nicht ganz den Hygienevorschriften entsprach und durch eine Porzellanschüssel ersetzt wurde.

Das Lokal ist leider sehr schlecht besucht, was wahrscheinlich auf mangelndes Marketing zurückzuführen ist - verdient jedoch eine höhere Gästezahl. Wenn der Chef da ist, kann man sich auch Flaschen der jeweiligen Sorte mitnehmen.
Wer Lust auf eine gepflegte Bierprobe hat, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen und da es sich in einer ruhigen Seitenstraße befindet, ist auch eine Unterhaltung ohne laute Motor- oder Autogeräusche (besser gesagt Fahrzeuge, die bei uns keinen TÜV bekommen würden) durchaus möglich.

Der „Münchener im Himmel“ von Alfons Gondrell würde auf seiner Wolke sitzen und jauchzen: „Luja sog i, sacklzement halleluja, do muass i hi!“ In diesem Sinne: Saludo und Prosit! Hopfensaft macht Mut und gibt Kraft.