Traumfrau, Furie oder einfach ganz normal?
Sosúa, 30.03.2017 · ein Beitrag von unserer Redaktion
Dabei suchen Dominikanerinnen eigentlich nur eins: einen Mann, der sie respektiert, liebt und ehrt. Nur keinen „Macho, der seine „Liebe“ zu ihr noch mit einer handvoll anderer Frauen teilt. Ein irgendwie sehr menschliches Bedürfnis. Wer möchte schon betrogen werden? Und entgegen ihrer gefürchteten Artgenossin aus Europa vom Typs „Emanze“ sind Dominikanerinnen zudem äußerst Multitasking-fähig. Im Haushalt, im Bett, im Job. ..
Klingt ganz nach Traumfrau? – Nun ja, ein kleiner Makel hängt den hübschen „Morenas“ dann doch an. Lateinamerikanische Frauen – und wohl im Besonderen aus der DomRep – gelten als extremst eifersüchtig. Genau diese Eigenschaft ist es auch, die hier wieder in den zwischenmenschlichen Beziehungen für Krawall sorgt. Ob nun begründete oder unbegründete Eifersucht, die Frau die doch nur geliebt und geachtet werden möchte – sie kann zu einer Furie werden.
Aus gekränkter Liebe? Nun, da bedarf es einem kritischen Blick hinter die Kulissen, ins Eingemachte des realen dominikanischen Lebens. Viele Beziehungen bestehen unter wirtschaftlicher Not. Die Armut ist weit verbreitet, vor allem auf dem Land. Etwa 40% der Dominikaner leben in ärmlichen Verhältnissen. Hinzu kommt eine alte Rollenverteilung. Der Mann arbeitet (oder auch nicht), bringt aber das Geld nach Hause. Die Frau macht den Haushalt und kümmert sich um die Familie. Oft überschatten Geldknappheit oder Schulden für dieses und jenes viele Beziehungen.
Bewusst oder unbewusst, Dominikaner nutzen gern das Flirten als Ventil für ihren Beziehungsstress. Wie gut tut da ein Lächeln von nebenan, ein verheißungsvoller Blick oder ein verführerischer Hüftschwung, um seinen Alltagssorgen wenigstens für einen Moment zu entrinnen. Nicht selten wird schnell mehr daraus, ganzgleich ob als „Sex-und-Hopp-Partnerin“ oder als stille Geliebte. Es verwundert also nicht, dass es landauf, landab überall sogenannte „Cabañas“ (kleine Stundenhotels) gibt.
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Es geht um das liebe Geld! Denn wenn der Mann eine Geliebte hat, spendiert er hier und da etwas, kauft ihr eine Bluse oder lädt sie zum Essen ein. Das sind Ausgaben, die der Ehefrau entgehen. Ihr und den eigenen Kindern. Die Folge: es gibt Szenen. An dieser Stelle möchte ich einfügen, dass ich hier im Land auch dominikanische „Kreise“ kennengelernt habe, die man der gehobenen Mittelschicht bis hin zu „sehr wohlhabend“ einordnen kann. Findet sich hier Treue? Nein, auch hier gilt das Übliche. Mann lässt nichts aus, aber der Frau fehlt es an Nichts – das ist der Unterschied! Keine Eifersucht. Jedenfalls solange es an nichts mangelt, die Kinder die Privatschule besuchen können, der Garderobenschrank gut gefüllt und der wöchentliche Besuch im „Salon de Belezza“ für Haare, Maniküre und Pediküre bezahlt wird, klagt man nicht. Eigentlich ganz praktisch! Der Mann lebt seine Triebe außer Haus aus und nervt zu Hause nicht mit seiner überschüssigen Manneskraft. Nach langen Ehejahren manchmal auch ganz angenehm.
Doch nun kommt ein Phänomen zutage, welches eigentlich kaum verständlich ist: Die gehörnte Partnerin bzw. Ehefrau macht ihrem Mann nur selten eine Szene. Körperlich wäre sie ihm unterlegen und selbst bei einer gewaltfreien Auseinandersetzung riskiert die Frau viel. Was nur, wenn der Mann sie verlässt? Dann steht sie nicht selten allein da, schlimmer: mit den Kindern. Dann hat sie alles allein zu tragen, kein Ernährer mehr weit und breit. Futterneid! Solange man etwas zu essen hat, macht man gute Mine zum bösen Spiel. Doch das böse Spiel findet dennoch statt. Statt den untreuen Mann zum Teufel zu jagen, bläst man zum großen Halali auf die Nebenbuhlerin! Sie muss in die Flucht geschlagen werden! Wie das aussieht? Schlagzeilen unter der Überschrift „Peleas de mujeres“ hierzu finden sich oft in den Nachrichten: „Frau mit siedendem Öl übergossen, „Nebenbuhlerin mit Teufelssäure verätzt, „Messerattacke auf vermeintliche Geliebte“ und, und, und. Der Phantasie in der Eskalation der Beziehungstaten sind kaum Grenzen gesetzt.
An dieser Stelle soll kein Urteil über die „hübsche, exotische, nach Liebe suchende Dominikanerin“ gefällt werden. Es sollte nur ein wenig Licht in die Mär der „Frau in der Opferrolle“ gebracht werden und aufzeigen, dass Frauen nicht nur betrogen werden, sondern maßgeblich auch daran beteiligt sind, den Männern diese Chance zu bieten. Man sollte an die Männer und deren Treue appellieren? Warum eigentlich nicht auch an die Treue der Frauen, die mit ihren weiblichen Verlockungen Männer in Versuchung führen? Ist es nur der „Macho“ oder ist es nicht auch die „Chica, welche sich gern hingibt? Vergessen wir nicht die wirtschaftliche Not. Eine Geliebte kriegt ja nicht nur Sex, der Mann muss auch immer ein wenig zahlen. .. Beihilfe zum Schulgeld, ein neues Outfit oder ein Besuch im Salon.
Ob eine Dominikanerin nun als Traumfrau, als eifersüchtige Furie oder als ganz normale Frau durchgeht, lässt sich wohl nicht sagen. Die Abgrenzungen sind eng, alles trifft ein wenig zu und so ganz unschuldig an dem einen oder anderen Klischee ist im Grunde niemand. ..
