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CARNAVAL DOMINICANO - DOMINIKANISCHER KARNEVAL

Tradition, Religion, Kultur, Musik = Karneval

La Vega, 23.05.2017  –  ein Beitrag von Achim Finkelde  –  716 mal gelesen

Für alle die einmal etwas ganz Besonderes erleben möchten sei gesagt: Der dominikanische Karneval ist sehr besonders, sehenswert und immer einen Ausflug wert. Mit unserem Bericht können wir nur einen kleinen Abriss geben, so vielfältig ist die Geschichte und Tradition hier im Land, es reicht für ein Buch. Ans Herz möchten wir Ihnen La Vega legen, hier gibt es auch jeden Sonntag ab Nachmittag ein Gratiskonzert am Park – mit hochkarätigen Stars des Landes! Karneval ist ein kulturelles Ereignis in vielen Ländern und wird entsprechend unterschiedlich zelebriert.

Die Schweiz feiert Karneval anders als dieser in Deutschland gefeiert wird und hier gibt es auch regionale Unterschiede. Parallelen zur Dominikanischen Republik findet man nur in seiner Vielfalt. In der Karibik feiert man den Karneval aus einem Kulturmix mit afrikanischen und europäischen Elementen. Man findet Traditionen und Kulturen wie auch religiöse Elemente. Dies hört man vor allem bei der Musik. Der typisch dominikanische Merengue gehört dazu, mehr und mehr spielt auch der Bachata mit hinein. Und in manchen Regionen erklingen haitianische und afrikanische Töne, sie erinnern an die Sklavenzeit. Sklaven aus Afrika waren es, die hier auf der Insel Hispaniola den Karneval mit prägten.

Seit 1520 ist der Karneval auf der Insel bekannt, importiert durch die Kolonialmacht Spaniens, verfeinert mit afrikanischen Elementen durch Sklaven und in der heutigen Zeit durch dominikanische Interpretationen und Phantasie. Die Dominikanische Republik hat natürlich ihre Hochburgen des Karnevals. Was in Deutschland Mainz, Düsseldorf und Köln sind, sind es hier Santo Domingo, San Juan, Baní, Cotuí, Moca, Santiago, Santo Domingo und vor allem: La Vega. Spielt sonst die Hauptstadt Santo Domingo immer eine bedeutende Rolle im Land, so muss man sagen, in Sachen Karneval spielt sie nur die zweite Geige. La Vega ist Kult, von Jahr zu Jahr strömen immer mehr Touristen in die Stadt im Cibao, im Landesinneren der DomRep.

Anders auch als in Deutschland gibt es nicht einen Umzug am Rosenmontag, hier steht der Karneval den ganzen Februar auf der Agenda. Jeden Sonntag finden Umzüge in den karnevalistischen Städten statt, wobei sich regionale Trachtengruppen, Tanzgruppen und andere gegenseitig besuchen. Das Tourismusministerium arbeitet gemeinsam mit dem Kulturministerium zusammen, Karneval ist schon längst nicht mehr nur bei Einheimischen beliebt. Es werden auch Touren von Reiseunternehmen angeboten, vornehmlich nach La Vega. Hier, wie andernorts auch, gibt es Umzüge jeden Sonntag im Februar. In Städten wo der Karneval weniger bedeutend ist sind die Umzüge nur 14tägig oder gar einmalig.

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Der Höhepunkt des Carnaval Dominicano ist dann am letzten Sonntag im Februar, manches Mal auch der erste Sonntag im März. Dann findet ein riesiger Umzug statt bei dem die besten Karnevalsgruppen der verschiedenen Städte und Provinzen antreten und an einem Wettbewerb teilnehmen. Preise gibt es von den Ministerien für kulturellen Anspruch, beste Farben, beste Kostüme und weitere Kategorien.

Apropos Wettbewerb! Vielerorts kürt man auch Karnevalskönige und vor allem Karnevalsköniginnen. Mittlerweile hat sich auch in der beliebtesten Ferienregion des Landes, in Punta Cana, der Karneval etabliert. Einst gedacht als kleine Attraktion für Touristen ist hier ein Event entstanden an dem alle bedeutenden Gruppen des Landes auch hier zu einem Umzug antreten. Zu diesen zählen vor allem „Las Chachias“ aus Cabral, „Los Diablos Cojuelos“ (kommen sowohl aus Santo Domingo, La Vega und Bonao), übersetzt heißt dies „Die hinkenden Teufel. Ihr Tanzschritt ist speziell, man zieht ein Bein hinterher (hinkt). Es erinnert an die Sklavenzeit als diese an einem ihrer Beine immer eine schwere Kugel mit sich ziehen mussten.

Weitere berühmte Gruppierungen sind die „Los Taim·caros“ aus Puerto Plata, „Los Guloyas“ aus San Pedro de Macoris, „Los Papeluses“ aus Cotuí oder die „Pintaos“ aus Barahona. Dann gibt es noch „Las Monjas, „Los Teletubis, „Los Pica Piedras, „Las Hormiguitas, „Los Bravos, „Las Fieras, „Los Panitas“ und viele mehr.

In der Hauptstadt findet der Karneval eher zentriert am Parque Enriquillo statt. In La Vega führt ein Umzug fast quer durch den Ort und in Santiago startet der Umzug am Monumental. Der dominikanische Karneval hat neben seinen hinkenden Teufeln noch andere berühmte Figuren, unter anderem „Robalagallina. Meist sind es Männer die sich als Frauen kleiden, dabei vor allem die Brust und Hinterteile extrem betonen und ausstopfen. Der Geschichte nach geht die „dicke Henne“ von Geschäft zu Geschäft, sammelt Süßigkeiten für Kinder die ihr natürlich laut schreiend folgen mit dem Ruf „Roba la Gallina. Im Cibao ist der „Baile del Muneco“ eine Besonderheit, wie auch die Masken welche sehr lange Hörner haben, einen Schnabelmund und viele Dornen. Karneval in der Dominikanischen Republik ist an Vielseitigkeit, Freude, farbenfrohen Kostümen und Traditionen wohl kaum zu überbieten.

Touristen die sich im Februar bis Anfang März im Land aufhalten, sollten auf jeden Fall ihre Reiseleiter fragen, wo man sich einen Umzug anschauen kann. Und dann noch eine Warnung an alle weiblichen Besucher: eine weitere (Un-)Sitte ist es den Damen auf das Hinterteil zu hauen. Männer machen sich einen Spaß daraus und wer aufmerksam schaut erkennt das Vorhaben rechtzeitig. Der „Klaps auf den Hintern“ wird nicht mit der Hand ausgeführt, hierzu hat man eine Schweinsblase die prall aufgeblasen ist und an einem Seil oder Stock befestigt ist. Dann holt man aus und. .. schon kreischt wieder eine Frau auf deren Gesäß von einem der Ballons getroffen wurde. ..