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URLAUB SEX UND REMESAS

„Sanki Panki“ - der dominikanische Gigolo

Sosúa, 11.08.2017  ·  ein Beitrag von Silke Singer

Dominikanische Gigolos nennen sich „Sanki Panki“. Man findet sie überall auf der Insel wo sich weiße Ausländerinnen – die „Gringas“ – als Urlauberinnen aufhalten.

Meist sind die „Sanki Pankies“ schon von weitem erkennbar. An auffälligen Friseuren wie geflochtenen Zöpfen oder verfilzten Dreadlocks, gutaussehend, muskulös und vor allem eins – sie sind sehr aufmerksam.

Man gibt Alles, um die Gunst der weißen Urlauberinnen zu erhalten. Ist die Leidenschaft erst einmal entfacht, bleibt der Kontakt dank WhatsApp, Facebook, Instagram & Co. auch nach dem Urlaub erhalten und es fließt regelmäßig Geld in die Taschen der „Sanki Pankies“. Ein lukratives Geschäft, dass jeder „Sanki Panki“ äußerst professionell beherrscht.

„Angelo“ (Name von der Redaktion geändert) ist einer von ihnen, ein Sanki aus Boca Chica. Er verbringt seinen Tag gern und oft am Strand, stets auf der Suche nach neuen Liebschaften – egal aus welchem Land sie kommen. Für die Umwerbung hat der Gigolo natürlich ein ausgeklügeltes Repertoire an schmeichelnden Sätzen parat, meist auch mehrsprachig, auf jeden Fall in Englisch, schließlich kann nicht jede Angereiste Spanisch.

Als Profi schenkt er seiner auserwählten „Gringa“ jede Aufmerksamkeit. Beginnen die Balzrituale und Liebesschwüre ihre Wirkung zu zeigen, folgen meist Besuche bei der heimischen Familie um zu zeigen, wie schlecht es ihnen eigentlich im dominikanischen Alltag geht. Sankies haben oft viele eigene Kinder, die den Urlauberinnen gern als Schwestern, Nichten und Neffen vorgestellt werden, natürlich vom Vater verlassen, der nicht zahlt und somit hilfebedürftig sind.

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Zurück in der Heimat ist die „Gringa“ dann besser zu „melken“, wenn sie alle überaus netten Familienmitglieder persönlich kennengelernt hat und dessen Situationen kennt. Gelingt dies, kommen monatliche Zahlungen, mal 100 Euro, mal 150 Dollar per Western Union oder PayPal zu „Angelo“ nach Boca Chica. So kann er sich ein Luxusleben leisten. Markenkleidung, ein schickes Smartphone, Goldketten, Partys u. v. m.

„Angelo“ ist Profi, nach eigenen Angaben kommt er durchschnittlich auf 69 Freundschaften im Jahr, sein persönlicher Rekord liegt bei 91 Frauen in einem Jahr. Kurz nachgerechnet: 91 Frauen x 100 Euro pro Monat = 109.200 Euro Jahresgehalt – steuerfrei.

Während einige Vertreter dieser „Berufsgruppe“ feste Tarife für Liebes­dienste haben, suchen die meisten von ihnen eine längere Beziehung, die über die Urlaubszeit andauert. Dies ist deutlich lukrativer, denn so erlebt man tägliche Wohltaten: Restaurantbesuche, Ausflüge und Geschenke – natürlich auf Kosten der „Gringas“.

Mit mehr als sechs Millionen Touristen im Jahr ist die DomRep nicht nur die meistbesuchte Urlaubsdestination der Karibik, es ist laut UNICEF auch das Land, das für seinen Sextourismus bekannt ist. Der dominikanische Hotelverband ASONAHORES möchte die Mehrheit der beherbergten DomRep-Urlauber als „Familiengäste“ bezeichnen. Der Bereich der Sextouristen stellt eine Minderheit dar, wenngleich es zahlreiche kleine Hotels und Pensionen gibt, die sich speziell mit ihren Zimmerangeboten an diese Reisenden wendet.