Die Pirámides de „Valle Nuevo“ - Mittelpunkt des Landes?
Valle Nuevo, 20.01.2023 – ein Beitrag von unserer Redaktion – 948 mal gelesen
Im Zentrum dieses Hochlands steht die sogenannte Pirámide Ciclópea Cuatriseccionada, geplant 1958 vom Architekten Julio A. Hernández (†2019). Das Monument besteht aus vier massiven, konisch zulaufenden Steinsegmenten, die im Inneren eine Kreuzform bilden. Eingeweiht wurde es am 1. Januar 1959 im Zusammenhang mit der Hundertjahrfeier von San José de Ocoa.

Die bis heute verbreitete Behauptung, das Monument markiere den geografischen Mittelpunkt des Landes oder gar der Insel, ist hingegen nicht belegt. In der lokalen Überlieferung gilt das „Valle Nuevo“ als „Kilometer Null“ – als symbolischer Mittelpunkt des Landes. Allerdings existieren weder offizielle Dokumente noch historische Vermessungsdaten, die diese Behauptung stützen.
Rechnerische Analysen zeigen, dass der exakte Mittelpunkt anderswo liegt. Misst man jedoch die rund 72 Kilometer lange Verbindung zwischen Constanza und San José de Ocoa, befindet sich das Monument nahezu auf halber Strecke – etwa 35 Kilometer von Constanza entfernt. Die Legende dürfte sich daraus speisen.
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Die Anreise erfordert Geduld. Von Santo Domingo sind es gut 140 Kilometer bis Constanza, von dort weitere 44 Kilometer über die Antonio-Duvergé-Straße. Der letzte Abschnitt ist nicht asphaltiert und verlangt geländetaugliche Fahrzeuge.
Valle Nuevo ist seit 1983 wissenschaftliches Reservat und seit 1996 Nationalpark. Seine ökologische Bedeutung ist erheblich: Hier entspringen zahlreiche Flüsse, darunter Nizao, Yuna, Ocoa und Río Grande. Mehr als 60 Vogelarten, Dutzende Reptilien- und Amphibienarten sowie bedrohte Säugetiere wie Jutía und Solenodon sind dokumentiert. Auch die Flora ist vielfältig; viele Arten werden traditionell als Nahrungs- oder Heilpflanzen genutzt.
