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Sex und Rotlichtszene: DomRep - die Heimat der Scheinheiligkeit

Sosúa, 20.07.2017  –  ein Beitrag von einem unserer Leser  –  1525 mal gelesen

In letzter Zeit las man viel von Aktionen gegen die Prostitution. Die Generalstaatsanwaltschaft will Freier inhaftieren lassen, sie müssen damit rechnen wegen Kuppelei angezeigt zu werden. Damit wird jeder Freier aktenkundig bei der Polizei, hat einen Eintrag in seiner Akte. Diese Drohungen gelten erst einmal in den Städten Santiago und Santo Domingo, an den bekannten Plätzen wo sich der Straßenstrich ausbreitet.

Eine Drohung kam ebenfalls aus Puerto Plata: In Sosúa solle nun endlich aufgeräumt werden. Prompt folgte eine Razzia bei der gleich mehrere einschlägige Lokale besucht wurden. Eine Bar hatte man offensichtlich ausgeguckt, sie wurde geschlossen. Man hatte hier eine nicht volljährige Prostituierte ergriffen. Die beiden Deutschen, die als Betreiber des Lokals gelten, wurden inhaftiert. Doch mehr als eine Vorführung beim Untersuchungsrichter gab es nicht. Eine geringfügige Kaution war zu entrichten. Der Vorwurf gegen die deutschen Staatsbürger: Förderung der Prostitution.

Sex und Rotlichtszene: DomRep - die Heimat der Scheinheiligkeit
Man trommelt und macht eine große Welle. Man spricht von internationalem Menschenhandel, der Ausbeutung von Frauen und deren sexuelle Ausnutzung, weil sie in Armut leben. Kuppelei und Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung und Förderung der Prostitution, all das soll ja nicht nur geahndet werden, es soll auch die städtische Sicherheit gewähren. Der Bürger soll in Ruhe leben können, nicht durch die zahlreichen Huren in den Straßen irritiert werden. Legale Geschäftsleute sollen geschützt werden die unter den illegalen Betrieben leiden.

Doch am Ende ist es Schaumschlägerei. Nicht zuletzt der stellvertretende Bürgermeister von Sosúa betreibt ja Nachtlokale, wurde reich und bekannt durch den Aufbau von Discotheken und Nacht-Etablissements. So war man wohl eher in Sosúa aktiv, um der leidigen Konkurrenz eines auszuwischen. Langjährigen Landeskenner der Dominikanischen Republik, kennen diese Aktionen.

Egal ob im Umweltbereich oder bei der Prostitution, die Gerichtsbarkeit kennt ihre Pappenheimer. Doch wenn neue Ämter vergeben sind, Führungswechsel auf den Chefsesseln stattgefunden haben, dann ist nicht selten eine Aktivität zu verzeichnen. Auf einmal soll Recht und Ordnung herrschen. Dabei macht die Obrigkeit nur klar: schaut her, wir sind am Ruder, hier muss gezahlt werden. Denn eines ist klar: in Sosúa gibt es mehr als nur ein Lokal, wo „Auslösen“ für die Bedienungen gezahlt werden müssen. Oft bekommen die „Chicas“ nicht einen Centavo von dem Geld, was der Freier für Bier und Cocktails an den Barbetreiber zahlt.

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Wie sagte ein holländischer Strandbarbetreiber: „Wenn Du mit einer Bedienung ausgehen willst, entsteht mir ja ein Schaden. Ich habe dann weniger Bedienungen. Na ja, es ist hinlänglich bekannt, dass viele seiner Camareras auch minderjährig sind. Jung, frisch und gesund, so werden sie angepriesen. Allein die Einnahmen durch gezahlte Auslösen sind ein gutes Geschäft, der Barbetrieb eher Mittel zum Zweck.

Wer aber hätte auch ernsthaft geglaubt, dass man gegen das Rotlichtgewerbe vorgehen will? Bisher haben alle Aktionen, egal wo, immer nur für Aufruhr gesorgt, für kurze Schieflagen, dann ging es weiter wie bisher.

Seit wie vielen Jahren soll etwa Boca Chica an der Südküste ein sauberer Ort werden? Nicht wegen der internationalen Touristen, vor allem wegen der dominikanischen Hauptstädter, die gern diese Bucht als Hausstrand von Santo Domingo sehen würden.

Doch eher verzieht sich die gute Gesellschaft an andere Strände und Boca Chica wird weiter als Ort für Sextourismus bekannt bleiben. Schlimmer noch, vor allem Kinderprostitution und die massive Einwanderung illegaler Prostituierter aus Haiti sorgen für weitere Konflikte. Denn eine haitianische „Straßenarbeiterin“ ist auch schnell und billig zu haben, zum Ärgernis der dominikanischen Kolleginnen, die ihre Preise hoch halten wollen.

Juristische Angriffe gegen das älteste Gewerbe der Welt werden sicher nicht aus den propagierten Gründen durchgeführt, eher aus einem anderen Zweck: das einträgliche Geschäft der Prostitution muss auch für das Land Geld einbringen. Anders kann man die momentane Lage nicht beurteilen. Das ach so furchtbare Geschäft blüht weiter. ..