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Papageienfisch - Fangverbot nur eine Farce?

Santo Domingo, 05.11.2017  –  ein Beitrag von Achim Finkelde  –  784 mal gelesen

Das Umweltministerium hatte im Jahr 2017 mit dem Dekret 023/2017 verschiedene Fangverbote erlassen, unter anderem für den für die Umwelt wichtigen Papageienfisch (Pez loro).

Der Papageifisch gehört zu den Barschverwandten. Mit seinen schnabelartigen Zähnen (daher der Name) weidet er den niedrigen Bewuchs auf den Kalkoberflächen der Korallenriffe ab. Er hält die Korallen dadurch am Leben, dass seine Ausscheidungen feine Sandkörner enthalten. Er ist die einzige noch lebende Art, die Korallen von Algen und anderem Bewuchs befreit. Die ökologische Bedeutung des Fisches ist wissenschaftlich belegt.

DomRep: Papageienfisch - Fangverbot nur eine Farce?
Nach einer Langzeitstudie des „Global Coral Reef Monitoring Network“ (kurz GCRMN), der den Zustand und die Trends der Korallenriffe in der Karibik listet, sind die gesündesten Korallenriffe dort zu finden, wo es eine hohe Population des „Pez loro“ gibt.

Aufgrund der Überfischung wurde daher in der DomRep ein Fangverbot verhängt, damit sich die Art regenerieren kann. Bis heute ist der „Pez loro“ nicht von der Speisekarte verschwunden. In den Truhen der Fischhändler ist er nach wie vor zu finden. Der Verkaufspreis ist rapide gestiegen, hier zeigt sich die Wirkung des Fangverbots.

Die staatliche Umweltbehörde SENPA versucht jedoch, das Fangverbot durchzusetzen. So wurden etwa bei einer Kontrolle im Hafengebiet von Puerto Plata mehr als 500 Pfund an Fischen beschlagnahmt. Die Fischer reagierten mit heftigenProtesten, blockierten Straßen mit brennenden Autoreifen und bewarfen Fahrzeuge mit Steinen.

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Das Problem für die Fischer ist, dass durch das Fangverbot große Einkommensverluste entstehen, Familienexistenzen sind bedroht. Es gibt Regionen, in denen das Fangverbot eingehalten wird.

Bei einer Kontrolle von Fischhändlern in der Region „Boca de Yuma“ und „Veron“ durch die Grupo Punta Cana war man überrascht, dass in den Auslagen der Händler kein einziger verbotener Fisch lag. Bei weiteren Kontrollen entlang der Ostküste wurde lediglich ein Verstoß gegen das Fangverbot festgestellt. Ein Händler bot trotz Fangverbot Lambi an.

Das Fangverbot für den „Pez loro“ kann nur durchgesetzt werden, wenn die Bevölkerung über die Bedeutung dieses Fisches aufgeklärt wird. Erst wenn die Verbraucher den Fisch nicht mehr kaufen, werden Händler und Fischer umdenken.