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Die Seilbahn von Santiago – ein preiswertes Vergnügen

Santiago, 17.01.2025  –  ein Beitrag von Christian Vogt  –  1116 mal gelesen

Die Stadt Santiago de los Caballeros erlebt derzeit einen technologischen und infrastrukturellen Wandel im öffentlichen Nahverkehr. Nach der erfolgreichen Fertigstellung der modernen Stadtseilbahn „TELEFERICO“, die in Zusammenarbeit mit einer italienischen Firma realisiert wurde, steht nun der Bau der „MONORAIL“, eines eingleisigen High-Tech-Zugsystems, im Fokus. Dieses Großprojekt wird in Kooperation mit japanischen Ingenieuren umgesetzt und soll über eine Strecke von 17 Kilometern quer durch die Stadt führen.

Ein zentraler Punkt beider Verkehrsmittel ist die gemeinsame Umsteigehaltestelle, die es Passagieren ermöglicht, unkompliziert zwischen Seilbahn und Monorail umzusteigen. Die Stadtverwaltung verspricht sich von dieser Innovation eine spürbare Entlastung des chronisch überlasteten Stadtverkehrs. Staus gehören in Santiago zur täglichen Realität, da das Wachstum des Verkehrsaufkommens die städtische Infrastruktur in den letzten Jahren überholt hat.

DomRep: Die Seilbahn von Santiago – ein preiswertes Vergnügen
Die TELEFERICO bietet mit ihrem 13 Kilometer langen Streckennetz einen beeindruckenden Blick über die Stadt. Mit einem Fahrpreis von nur 35 Pesos (ca. 0,50 Euro) pro Fahrt ist sie zudem äußerst erschwinglich. Kinder bis zu einer Körpergröße von 1,20 Meter fahren sogar kostenlos. Trotz dieser Vorteile ist die Auslastung gering. Bei einer Testfahrt zeigte sich, dass die Gondeln derzeit fast leer sind – eine Tatsache, die auf mangelndes Vertrauen oder Skepsis der einheimischen Bevölkerung gegenüber dem neuen Verkehrsmittel zurückzuführen ist.

In Santo Domingo ist die TELEFERICO als Stadtseilbahn bereits ein großer Erfolg und es bleibt zu hoffen, dass nach einer gewissen Zeit des störungs- und unfallfreien Betriebs die Bevölkerung mit der Zeit dann doch Vertrauen fassen wird.

Dabei ist die TELEFERICO technisch beeindruckend: Mit einer Kapazität von 5.400 Fahrgästen pro Stunde und Gondeln, die jeweils acht Personen Platz bieten, könnte sie wesentlich zur Entlastung des Stadtverkehrs beitragen. In anderen Städten, wie etwa Santo Domingo, hat sich ein ähnliches System als großer Erfolg erwiesen. Es bleibt zu hoffen, dass die Bevölkerung mit zunehmendem störungs- und unfallfreiem Betrieb Vertrauen in die Seilbahn gewinnt und diese häufiger nutzt.

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Mit der MONORAIL wurde zudem im August 2024 ein erstes Teilstück eines weiteren hochmodernen Verkehrsmittels eröffnet, das mit Gummirädern auf einem zentralen Betonprofil fährt. Dieses System verbindet wichtige Stadtteile und soll eine Alternative zu den überlasteten Straßen bieten. Bei dem von der französischen Firma Alstom entwickelten Innovia-Bahnsystem fährt der Zug (wie in Las Vegas) auf einem Beton­balken über den Stadtverkehr hinweg. Es ist das erste Monorail-Projekt in der gesamten Karibik. Im Endausbau soll die Strecke 13 Kilo­meter mit 14 Stationen umfassen und den Nordwesten mit dem Südosten Santiagos verbinden. Die Kapazität ist auf bis zu 20.000 Fahrgäste pro Stunde ausgelegt. Ursprünglich war die Fertigstellung für April geplant, doch Verzögerungen bei der U-Bahn-Haltestelle nahe dem Wahrzeichen der Stadt, dem „Monumento a los Héroes de la Restauración, führen zu einer zeitlichen Verschiebung.

TELEFERICO und MONORAIL sind richtungsweisende Projekte, die Santiago in eine neue Ära der urbanen Mobilität führen sollen. Während die Seilbahn bereits in Betrieb ist, jedoch noch auf Akzeptanz der Bevölkerung wartet, verspricht die Fertigstellung der MONORAIL eine weitere erhebliche Verbesserung des Verkehrsflusses. Beide Systeme könnten gemeinsam eine nachhaltige Entlastung der Umwelt und der Straßen bewirken.

Eine Fahrt mit dem TELEFERICO, dessen Haupthaltestelle sich in der Nähe des großen Baumarktes „Ochoa“ befindet, lohnt sich für Touristen auf jeden Fall. Die Fahrt ist nicht nur günstig, sondern auch ein unvergleichliches Erlebnis mit atemberaubenden Ausblicken über die Stadt. Wer Santiago besucht, sollte sich diese innovative Perspektive nicht entgehen lassen.